Geheimes Training, öffentliches Spiel

20. März 2013, 19:21
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Die WM-Quali gegen die Färöer rückt näher, am Freitag ist es so weit. Die Vorbereitung des Fußballteams läuft unfallfrei ab. Marko Arnautovic spekuliert mit einem frühen Tor, Andreas Ivanschitz auch. Es zählen der Sieg und der Glaube an Brasilien

Wien - Marcel Koller nahm sich den Mittwoch redefrei, der österreichische Teamchef hat in den vergangenen Tagen bereits genug gesagt. Abgesehen davon bietet ein Match gegen die Färöer begrenzten Gesprächsstoff, "drei Punkte sind Pflicht" reicht, das trifft die Sache auf den Punkt. So viel Selbstbewusstsein muss eine Fußballmannschaft, die nach der WM-Endrunde in Brasilien lechzt, haben. Es wurde gestern - und es wird auch heute - geheim im Happel-Stadion trainiert. Das mag kindisch sein, ist aber insofern belanglos, als das Match am Freitag (20.30 Uhr) öffentlich stattfindet. Rund 22.000 Karten sind verkauft.

Über die Aufstellung kann spekuliert werden. Auch das ist nicht abendfüllend, an Namen und taktischen Finessen sollte es nicht liegen. Anders ausgedrückt: Wurscht, wer stürmt und verteidigt, drei Punkte sind Pflicht. Wie sagte Kapitän Christian Fuchs: "Bei allem Respekt, die Färöer dürfen kein Maßstab sein."

Um die Nation nicht ganz und blöd im Regen stehen zu lassen, konnten Medien in der Mixed-Zone mit den Spielern Kontakte knüpfen. Dieses Gebiet muss beim Marsch von den Kabinen zum Bus durchschritten werden. Es ist immer wieder ein Vergnügen und eine Herausforderung, den schlurfenden Marko Arnautovic anzusprechen, die Menge scharte sich um ihn.

Arnautovic schaut Gesprächspartnern selten in die Augen. Jedenfalls ist sein Tonfall grandios, das grantige Leiern beherrscht er wie kein Zweiter. Sein Reservistendasein bei Werder Bremen wollte er nicht dramatisieren, die Situation sei schwierig, aber lösbar. "Wenn ich auf der Bank sitze, steht gleich überall, dass ich in der Kritik bin, aber das stimmt nicht. Die Zeitungen schreiben, dass mich Werder verkaufen will, auch das stimmt nicht. Wir müssen uns alle bei der Nase nehmen und den Arsch aufreißen, um da wieder rauszukommen." Arnautovic betonte, dass er "vor Selbstvertrauen strotzt".

Gegen die Färöer erwartet er ein "Geduldspiel. Sollten wir früh das erste Tor machen, geht's los, glaub ich." Nach Abpfiff könne man sich auf das Match am 26. März in Dublin gegen Irland konzentrieren. Ist diese Schlacht geschlagen, "wird sich herausstellen, wie viele Punkte wir gemacht haben".

Outeinwürfe

Erstrebenswert sind natürlich sechs. Andreas Ivanschitz, der in Mainz zum Stamm zählt und in der Mixed-Zone den Blickkontakt sogar anstrebt, hält die Sechs für eine Notwendigkeit. "Wir brauchen alle Punkte." Die Färöer seien bei Standardsituation nicht zu unterschätzen, einige der Insulaner seien in der Lage, Bälle mit den Händen weit zu werfen. Also Obacht vor dem Out. "Sie können teilweise Gegenpressing spielen. Aber wir können sehr aggressiv sein." Einen Kantersieg wollte Ivanschitz, dem in Mainz noch kein vernünftiges Angebot auf eine Vertragsverlängerung vorliegt, nicht ankündigen. "Das gehört sich nicht. Ziel ist, ein gutes Spiel zu machen und daraus Selbstvertrauen für Dublin zu schöpfen." Als Maßstab müsse die Leistung beim 4:0 in Wien gegen Kasachstan genommen werden. "Da waren wir von Beginn an wirklich sehr dominant."

György Garics, Legionär bei Bologna, sagte am Ende der Mixed-Zone, "dass man dem Erfolg prinzipiell Zeit geben muss. Aber wir haben keine Zeit mehr. Wollen wir an die WM glauben, was der Fall ist, müssen sechs Punkte her." Heute, Donnerstag, spricht wieder Marcel Koller. Er nimmt David Alaba mit und wird die Aufstellung nicht preisgeben. Alaba spielt ganz sicher. (Christian Hackl, DER STANDARD 21.3.2013)

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    Andi Ivanschitz und Marc Janko haben sich fest im Griff.

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