Analysten erwarten 132 Millionen Verlust für conwert

20. März 2013, 16:38
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Wien - Die Analysten der Baader Bank, von SRC Research und Kepler Research erwarten im Schnitt für die am Donnerstag anstehenden Gesamtjahres-Zahlen der börsenotierten Immobilienfirma conwert unterm Strich einen Verlust von 132 Millionen Euro, was etwas unter den Unternehmenserwartungen liegt.

Vorläufige Zahlen

conwert hatte bereits Anfang des Jahres vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2012 veröffentlicht und angekündigt, dass der Jahresverlust 2012 bis zu 137 Millionen Euro ausmachen könnte. Mit hohen Abschreibungen hatte die Immobilienfirma einen Strategiewechsel eingeläutet. 115 Millionen Euro davon fielen auf den Firmenwert (Goodwill), zwei Millionen bezogen sich auf immaterielle Vermögenswerte wie Kunden- und Managementbeziehungen.

Darüber hinaus wurde das Osteuropa-Portfolio sowie Luxemburg um 35 bis 40 Millionen Euro und die Immobilien-Portfolios um 25 Millionen abgewertet. Für 2012 bedeutet das tiefrote Zahlen. So soll es für 2012 auch keine Dividende geben. Aufrechterhalten bleibt dem Unternehmen zufolge allerdings die Sonderdividende in Höhe von 15 Cent je Aktie. Diese soll ab April 2013 ausbezahlt werden.

Im Dezember 2012 hatte der Wohnimmobilienkonzern einen Anteil an der deutschen Kommunale Wohnen AG (KWG) übernommen und seither in mehreren Tranchen sukzessive erhöht. Zuletzt stockte conwert seinen Anteil auf 75,7 Prozent auf.

Wertberichtigungen

In den Augen der SRC-Experten "waren die Wertberichtigungen die absolut richtige Entscheidung, hätten aber schon vor mindestens einem Jahr erfolgen sollen". Mit dem Kauf der KWG hätte conwert unterdessen einen großen Schritt für die Expansion nach Deutschland gemacht.

Die Experten der Baader Bank verwiesen in ihrem Ausblick auf die bereits im Februar angekündigten weiteren Investitionen in Deutschland sowie eine Minderung des Verschuldungsgrades und Kosteneinsparungen.

Die Kepler-Analysten rechnen im Quartalsvergleich zwar mit einem Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 13 Millionen Euro auf 16 Millionen Euro im Schlussquartal 2012, für das Gesamtjahr sehen die Experten allerdings im Schnitt einen Rückgang um 15 Prozent auf 105 Millionen Euro. Die Mieterlöse sollen den Analysten zufolge um 9 Prozent auf 190,95 Mio. Euro zurückgehen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll im Gesamtjahr 2012 ins Minus gedreht haben. Die Experten errechnen ein Ebit von minus 53 Millionen Euro. (APA, 20.3.2013)

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