Rafsanjani-Tochter aus dem Gefängnis entlassen

20. März 2013, 14:47
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Einflussreicher Expräsident will seine Kandidatur bei Präsidentschaftswahlen von übrigen Bewerbern abhängig machen

Im Iran ist eine der prominentesten Gefangenen nach sechs Monaten Haft wieder frei gelassen worden: Faezeh Hashemi-Rafsanjani (51), die Tochter des einflussreichen Expräsidenten Ayatollah Ali Akbar Hashemi Rafsanjani (78), durfte am Dienstag das berüchtigte Teheraner Evin-Gefängnis verlassen. Sie war im vergangenen Herbst „wegen Anstiftung und Propaganda gegen das System“ von der iranischen Justiz zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.
Der Anwalt der Familie Rafsanjani sagte gegenüber der halbamtlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars, dass seine Mandantin bereits zuhause sei und es ihr für fünf Jahre verboten wurde, sich politisch zu betätigen.

Faezeh Rafsanjani hatte sich nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2009, bei dem der derzeitige Präsident Mahmoud Ahmadinejad wiedergewählt wurde, auf die Seite seines Kontrahenten Mir Hossein Moussavi gestellt und sich dafür den Zorn der konservativen Elite und der Bassijmilizen auf sich gezogen. Moussavi befindet sich seit Jahren unter Hausarrest. Als die eloquente Politikerin ihren Unmut über die Regierung auch in Interviews mit ausländischen TV-Sendern kundtat, wurde sie von der Justiz verhaftet.

Kandidatur Rafsanjanis offen

Indes gab einer der Söhne von Rafsanjani, Mohsen, bekannt, dass sein Vater, der derzeit Chef des Schlichtungsrates ist, sich noch offenhalte, ob er bei der bevorstehenden Wahl kandidieren würde. Er fügte hinzu, dass sein Vater sich außerdem gerne ansehen möchte, welche anderen Kandidaten tatsächlich antreten, um seine endgültige Entscheidung wegen einer Kandidatur oder einer Unterstützung für einen Kandidaten zu treffen.

Für Beobachter ist auffällig ist, dass Rafsanjani sich wieder verstärkt mit dem obersten geistlichen Führer Ali Khamenei trifft. Dies deuten Experten als Anzeichen dafür, dass Khamenei ihn unbedingt wieder ein einer wichtigen staatstragenden Rolle sehen will. Am Mittwoch haben auch die Gelehrten des religiösen Zentrums Ghom Rafsanjani aufgefordert, „zum Wohle des Landes“ zu kandidieren. (APA, 20.3.2013)

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