Moody's stufte Erste-Tochter in Ungarn herab

20. März 2013, 14:26
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Die Agentur rechnet mit einer Kapitalhilfe der Mutterbank. Auch die Bonität drei weiterer ungarischer Banken wurde gesenkt

Wien/Budapest - Die Ratingagentur Moody's hat die ungarische Erste-Group-Tochter sowie drei weitere ungarische Banken herabgestuft. Die grundlegende Kreditwürdigkeit ("Baseline Credit Assessment") der Erste-Tochter wurde um zwei Stufen von "B2" auf "Caa1" gesenkt. Die Ratingagentur sieht eine "signifikante Wahrscheinlichkeit" für den Bedarf von weiteren Kapitalspritzen seitens der österreichischen Mutter in den kommenden 12 bis 18 Monaten. Außerdem wurde auch die Bonität für die Einlagen in Forint- und Fremdwährungen von "B2" auf "Ba3" gesenkt. Neben der Erste-Tochter sind auch die Ratings der Budapest Bank, der K&H Bank und der MKB Bank, die zur BayernLB gehört, gesenkt worden, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Mittwoch.

Schwaches wirtschaftliches Umfeld

Als Begründung für die Senkung der Ratings der vier Banken führte Moody's vor allem die "fortschreitende Schwäche des wirtschaftlichen Umfelds" in Ungarn an, was sich negativ auf die Kapitalqualität und Rentabilität dieser Banken auswirken würde.

An der ungarischen MKB ist neben der BayernLB auch die BAWAG mit 1,34 Prozent beteiligt. Der BAWAG-Anteil wurde in den letzten Jahren durch Kapitalerhöhungen verwässert, bei denen die Austrobank nicht mitzog. Außerdem schrieb die ehemalige Gewerkschaftsbank 2012 den bei ihr verbliebenen MKB-Anteil auf null ab, hieß es letzte Woche bei der BAWAG-Bilanzpressekonferenz.

Als Reaktion auf die Herabstufung kündigte die BayernLB-Tochter am Mittwoch den Ratingvertrag mit Moody's, teilte die MKB in einer Aussendung am Mittwoch mit. Man sei mit dem Urteil der Ratingagentur über die aktuelle Lage der Bank, die Realisierbarkeit der mittelfristigen Strategie und die Unterstützung der Eigentümer nicht einverstanden. Bis 2015 muss die BayernLB im Zuge ihrer Restrukturierung die ungarische Tochter MKB verkaufen. Dies wurde mit der EU-Kommission vereinbart. (APA, 20.3.2013)

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