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„Unsere Absolvent/inn/en sind mehr als nur Techniker/innen“

4. Juni 2013, 14:18
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Interview mit Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Sabine Seidler, Rektorin TU Wien

Die TU Wien gibt ihren Studierenden das Grundlagenwissen und die interessensspezifische fachliche Spezialisierung mit, die sie als Absolvent/inn/en dazu verwenden, um den Wirtschaftsstandort Österreich voranzubringen. Den Bedarf an Technikern und ganz besonders an Technikerinnen zu decken, ist deshalb das selbstdefinierte Ziel von Sabine Seidler, Rektorin TU Wien, wie sie im Interview sagt.

Wie ist die Ausbildung an der TU Wien im Zusammenhang mit den Anforderungen aus der Wirtschaft zu sehen?

Es fehlen Fachkräfte aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Den Bedarf an Absolvent/inn/en, insbesondere von Frauen, innerhalb dieser Studienfelder zu decken, sehe ich als eine wesentliche gesellschaftspolitische Aufgabe an. Bei der Positionierung von technisch-naturwissenschaftlicher Ausbildung ist es maßgeblich, den Stellenwert der Forschung an den TUs für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Österreichs deutlicher als bisher in den Vordergrund zu rücken. Studierende und Absolvent/inn/en der TU Wien sind mehr als nur Techniker/innen. Sie bringen neben ihrer sehr breiten, exzellenten methodenorientierten Fachbildung ein hohes Maß an sozialer Kompetenz mit. Analytisches Denken, Managementfähigkeiten und Offenheit sind die Mischung, die unsere Techniker/innen so begehrt und vielseitig einsetzbar macht. Eine technisch-naturwissenschaftliche Ausbildung ist sicher sehr aufwändig, eröffnet jedoch tolle Perspektiven.

Finden die steigenden Ansprüche des Marktes Eingang in die Studienpläne?

Ein Studium an der TU Wien bedeutet die Vermittlung eines breiten Grundlagenwissens verbunden mit der Möglichkeit, interessensspezifisch fachliche Spezialisierung zu erlangen. Ein solides, an der Praxis orientiertes Grundlagenwissen garantiert jene Flexibilität, die das lebenslange Lernen erfordert. Die Einbeziehung von Student/inn/en in laufende Forschungsprogramme, wie sie in all unseren Studienplänen vorgesehen ist, stellt ein wichtiges Kriterium zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses dar. Bereits die Studieneingangs- und Orientierungsphase soll den Studierenden eine verlässliche Überprüfung ihrer Studienwahl ermöglichen, aber auch das Bewusstsein für die erforderlichen Begabungen und die nötige Leistungsbereitschaft schaffen. Darüber hinaus werden für Studieninteressierte Self-Assessment-Tests angeboten. Die bisherigen Erfahrungen damit sind durchaus positiv. Die Universität gibt den Studierenden die Chance, sich in der Studieneingangsphase zu entwickeln, ihr Studium erfolgreich zu absolvieren, um das erworbene Wissen im Beruf optimal umzusetzen.

Werden Lehrinhalte an die aktuelle Situation angepasst?

Das möchte ich anhand jüngst veröffentlichter Studienergebnisse für die „TU Austria“ erläutern. Der Allianz aus TU Wien, TU Graz und MU Leoben wird in einer Studie des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung ein hohes Wertschöpfungspotenzial hinsichtlich Steuerleistung der Absolvent/inn/en, Gründungsrate und allgemeinem, volkswirtschaftlichem Nutzen bescheinigt. Die TU- Absolvent/inn/en werden vom Arbeitsmarkt konstant besser akzeptiert als der Durchschnitt der heimischen Uniabsolvent/inn/en. 83 Prozent der Absolvent/inn/en der MU Leoben, 76 Prozent jener der TU Graz und 74 Prozent jener der TU Wien waren 2010 im (privat-)wirtschaftlichen Bereich (einschließlich selbstständiger, freiberuflicher und Honorartätigkeiten) tätig, während dies im österreichischen
Durchschnitt der Universitätsabsolvent/inn/en nur 55 Prozent waren. Diese gute Akzeptanz am Arbeitsmarkt bestärkt mich, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzuverfolgen.

 

 

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