CA Immo nimmt Verkauf des "Tower 185" in Angriff

20. März 2013, 13:27
1 Posting

Konzern will rund 75 Prozent seines bisher größten Einzelprojekts abgeben, aus Verkäufen insgesamt 600 Millionen Euro einnehmen

Mit 460 Millionen Euro steht der Frankfurter "Tower 185" in den Büchern der CA Immo, und das seien immerhin fast zehn Prozent des gesamten Immobilienvermögens des österreichischen Immo-Konzerns – deshalb soll das mit 200 Meter vierthöchste Gebäude Deutschlands "jedenfalls noch in diesem Jahr" mehrheitlich abgegeben werden, kündigte der CA-Immo-Vorstand in der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch an.

Development-Vorstand Bernhard H. Hansen sprach von 75 Prozent, die an der Projektgesellschaft zum Verkauf stünden und für die bereits nach einem Käufer gesucht werde. Es lägen auch bereits erste Angebote vor, mit verbindlichen Offerten rechnet man aber erst im zweiten Quartal.

"Sichtbarer" Schuldenabbau

Bezüglich des angepeilten Verkaufspreises wolle man sich naturgemäß nicht allzu sehr in die Karten blicken lassen, sagte Finanzvorstand Florian Nowotny; der Bilanzwert des Towers mit rund 100.000 m² Nutzfläche sei schließlich nicht dasselbe wie der Verkehrswert. Die Erlöse aus dem Verkauf sollen jedenfalls zu einem "sichtbaren" Schuldenabbau des Konzerns verwendet werden, kündigte Vorstandschef Bruno Ettenauer an. Darüber hinaus sind weitere Verkäufe im Volumen von 250 Millionen Euro geplant, insgesamt werden somit im heurigen Jahr Verkaufserlöse von mindestens 600 Millionen Euro angepeilt.

An Investitionen, insbesondere in laufende Projektentwicklungen, ist für heuer ein Volumen von rund 200 Millionen Euro geplant. Dies sei kein Widerspruch zu dem noch im Jänner bekanntgegebenen Ziel von 300 Millionen Euro, sagte Hansen; die 200 Millionen seien reine Baukosten, bei den 300 habe man auch Grundstückskosten sowie "nachlaufende Kosten" inkludiert.

Entwicklungen vor allem in Deutschland

Beeindruckende 77,7 Prozent des Entwicklungsvolumens entfallen mittlerweile auf Deutschland (Österreich: 8,3 Prozent, Osteuropa: 14 Prozent), und ausgehend von diesem "stabilen, liquiden Markt" will man sich sukzessive auf ein "Kernportfolio" reduzieren, "das es uns erlaubt, profitabel zu wirtschaften", sagte Ettenauer. Im Großen und Ganzen seien die Rahmenbedingungen aber weiter schwierig. Zusätzliche Mieterträge aus Fertigstellungen würden den Abgang von Mieterlösen aus Verkäufen nicht zur Gänze kompensieren können.

Die Mieterlöse stiegen 2012 um 5,8 Prozent auf 280,9 Millionen Euro, es konnte insgesamt eine Fläche von 462.000 m² neu oder wieder vermietet werden. Der Konzerngewinn schrumpfte dennoch um 13,1 Prozent auf 54,4 Millionen Euro.

Eigenkapitalquote soll auf 40 Prozent steigen

Die Netto-Finanzverschuldung der Gruppe betrug zum Bilanzstichtag 3,1 Milliarden Euro. Das Immobilienvermögen erreichte einen Wert von rund 5,3 Milliarden Euro, davon entfielen 84 Prozent (4,43 Milliarden Euro) auf Bestandsimmobilien und 14 Prozent (727 Millionen Euro) auf Entwicklungsprojekte und Liegenschaftsreserven.

Die Eigenkapitalquote liegt aktuell bei 31 Prozent, bis 2015 soll sie auf 40 Prozent steigen. Alleine durch den Verkauf des "Tower 185" könnte sie schon signifikant um drei Prozentpunkte zulegen, sagte Finanzvorstand Nowotny.

Nach Nutzungsart waren 79 Prozent des Bestands Büros, weitere neun Prozent entfielen auf Logistik, sechs Prozent auf Handel, drei Prozent auf Hotels. Die Gesamtnutzfläche der CA Immo wuchs im Vorjahr um 53.000 m² auf auf 2,584 Millionen Quadratmeter, davon waren 86,7 Prozent tatsächlich vermietet.

Verluste aus Neubewertungen

Das Neubewertungsergebnis, das laut den Vorständen einen wesentlichen Einflussfaktor auf das Konzernergebnis darstelle, war 2012 leicht negativ (-8,4 Millionen  Euro), nach einem äußerst positiven Jahr 2011 (+49,1 Mio.). Dies sei vor allem auf Abwertungen von Büro- und Logistikliegenschaften in Osteuropa zurückzuführen, sagte Ettenauer.

Nach Regionen betrachtet setzt sich das Neubewertungsergebnis aus Aufwertungen von 43,2 Millionen Euro in Deutschland und 4,8 Millionen Euro in Österreich zusammen. Dem standen Abwertungen im Segment Osteuropa im Ausmaß von 56,4 Millionen Euro gegenüber.

"Mehr Aktivitäten" in Berlin und München

Insbesondere in Berlin und München will die CA Immo in den nächsten Jahren "mehr Aktivitäten"  setzen, sagte Hansen. Ob man die ebenfalls großen Grundstücksreserven in Frankfurt/Main, wo man drei bereits gewidmete Grundstücke innerhalb des Hochhaus-Rahmenplans besitzt, selbst entwickeln oder verkaufen werde, müsse man erst sehen.

Von den deutschen Projektentwicklungen im Gesamtbilanzwert von 565,1 Millionen Euro entfallen 208,2 Millionen Euro auf in Bau befindliche Projekte und 356,9 Millionen Euro auf Grundstücke im Widmungsverfahren. (Martin Putschögl, derStandard.at, 20.3.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der "Tower 185" (rechts im Bild) beim Frankfurter Europaviertel ist die bisher größte Einzelentwicklung der CA Immo. In unmittelbarer Nachbarschaft realisiert der österreichische Konzern gemeinsam mit der ECE Projektentwicklung das Einkaufs- und Erlebniszentrum "Skyline Plaza" sowie das dazugehörige Kongresszentrum "Kap Europa".

Share if you care.