Unternehmer Angerlehner stellt Privatmuseum vor

20. März 2013, 12:57
posten

Neue "Ausflugsdestination für das Wochenende" eröffnet im September in Thalheim bei Wels - Ehemaliger Landesmuseen-Chef Assmann als Direktor

Thalheim - Mit dem Privatmuseum Angerlehner wird der Öffentlichkeit am 15. September in Thalheim bei Wels eine weitere Privatsammlung eines Unternehmers zugänglich gemacht. Bereits am Dienstag stellten Eigentümer Heinz J. Angerlehner, der seinen 70. Geburtstag feierte, und Direktor Peter Assmann die neuen, lichtdurchfluteten Räumlichkeiten vor. Auf 4.500 Quadratmetern, davon 2.000 Ausstellungsfläche, sollen jährlich eine Schau aus dem weit über 1.000 zeitgenössische Werke umfassenden Depot des Hausherrn sowie drei kleinere Ausstellungen gezeigt werden. "Ich brauche mich nicht verstecken mit meiner Sammlung", so Angerlehner.

Schwerpunkt liegt auf Malerei

"Man merkt, dass hier Leidenschaft dahinter steckt, Künstler über Jahrzehnte begleitet werden. Es gibt mehrere Schwerpunkte, hauptsächlich Malerei, aber auch Fotografie oder Skulptur sind nicht exkludiert", zeigte sich Assmann, Kunsthistoriker, Schriftsteller und ehemaliger Direktor der oö. Landesmuseen, begeistert. Die Sammlung, über 30 Jahre hinweg aufgebaut, biete viele Einstiegsschneisen für die großen Jahresausstellungen. Aber auch ein "Blick auf das zeitgenössische Kunstgeschehen, in Oberösterreich und international" dürfe nicht fehlen, so Assmann. In einem privaten Museum könne man punktuell und flexibel agieren. Kunstgespräche, Veranstaltungen aus den Bereichen Literatur und Musik sollen das Programm ergänzen.

"Arbeiten von etwa 400 Künstlern, davon rund 300 Österreicher mit Schwerpunkt auf Oberösterreich", umreißt Angerlehner, Gründer der Ferro-Montagetechnik, seine Schätze, darunter Werke von Gunter Damisch, Markus Prachensky, Maria Moser und jungen Künstlern wie Martin Schnur und Franziska Maderthaner. Derzeit seien die Exponate noch auf fünf Standorte verteilt, es sei für ihn sehr spannend, seine Sammlung der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Das habe er auch immer vorgehabt. "Das Museum soll ein Zentrum sein für Sammler und Künstler", so Angerlehner. Assmann als Direktor sei ein Segen, man sei sich über den Auftrag für einen Artikel für den Museumskatalog nähergekommen. Geld solle durch Eintritte und Vermietung von Räumlichkeiten für Veranstaltungen, Konzerte und dergleichen hereinkommen, so der Geschäftsmann, denn das Museum sei rein privat finanziert. Über ein Budget gab es keine Auskünfte.

Kunstvermittlung im Zentrum

Die ehemalige Montagehalle bietet nun einen 1.000 Quadratmeter großen, säulenfreien Raum im Erdgeschoß und vier je 250 Quadratmeter große Einheiten im Obergeschoß. Dazu kommen ein großes Schaudepot, ein Studio, ein Veranstaltungsraum und mehr. Im Zentrum stehe die Kunstvermittlung, wichtig sei das Gespräch über Kunst, betonte Assmann. Es werde generationenübergreifende Aktionen, solche für Schulklassen und Familien geben. "Es soll eine Ausflugsdestination für das Wochenende werden." Stege über Traun und Aiterbach, die im Juni eröffnet werden, machen das Museum von Thalheim und Wels aus gut erreichbar. Das Einzugsgebiet sieht Angerlehner durchaus weit, von Passau über Salzburg und Wien. Geplant sind Öffnungszeiten von Donnerstag bis Sonntag. Ein Museumscafe wird es vorerst nicht geben, jedoch sei Raum für Gastronomie vorhanden, so der Kunstsammler. (APA/red, 20.3.2013)

  • Ein Architekturmodell des Museums Angerlehner, das am 15. September in Thalheim bei Wels eröffnet werden soll.
    foto: angerlehner museum

    Ein Architekturmodell des Museums Angerlehner, das am 15. September in Thalheim bei Wels eröffnet werden soll.

Share if you care.