Fondsvolumen der Bawag Invest steigt an

20. März 2013, 12:38
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Das Gesamtvolumen stieg auf 4,2 Milliarden Euro. Der Nettozufluss betrug 350 Millionen Euro

Wien - Bei der BAWAG PSK Invest, Fondstochter der BAWAG PSK, ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 das Fondsvolumen um 400 Millionen Euro von 3,8 auf 4,2 Milliarden Euro gestiegen. Die Nettomittelzuflüsse machten rund 350 Millionen Euro aus, davon entfielen alleine 250 Millionen Euro auf Publikumsfonds und 100 Millionen Euro auf Spezial- und Großanlegerfonds, der Rest entfiel auf Kurssteigerungen. Die höchsten Absätze seien mit Anleihenfonds erzielt worden, sagte Geschäftsführer Alois Steinböck am Dienstagabend bei einem Pressegespräch in Wien.

Filialen

Rund zwei Drittel der Zuwächse wurden demnach im Vertriebsnetz der BAWAG PSK-Filialen erzielt, ein Drittel durch den Direktvertrieb an institutionelle Anleger. Mit elf bzw. zwölf Prozent seien die Zuwachsraten sowohl bei den Publikums- als auch den Spezial- und Großanlegerfonds über dem Marktwachstum von 7,5 bzw. sieben Prozent gelegen, hieß es. Der Vertrieb über das neu strukturierte Filialnetz soll weiter forciert werden. "Die Kunden bekommen eine einigermaßen seriöse Beratung", so Steinböck. Er hoffe, dass bestimmte Kundenkreis von der geplanten Finanztransaktionssteuer (FTS) ausgenommmen werden. "Für Vorsorgeprodukte ist sie kontraproduktiv", so Steinböck.

Robert Kovar, seit Oktober 2012 neben Steinböck neuer Geschäftsführer der BAWAG PSK Invest und für den Vertrieb und das Risikomanagement zuständig, will das Fondsgeschäft heuer noch weiter forcieren und die Zusammenarbeit mit den BAWAG-Filialen und externen Kooperationspartnern wie Wirtschaftstreuhändern und Steuerberater intensivieren. Dazu ist etwa geplant, im April im Zuge des VÖIG-Weltfondstages eine Fondsspar-Kampagne zu starten. "Fonds sind optimal für die langfristige Vorsorge", so Kovar.

Höheres Zinsrisiko

Martin Bohn, in der BAWAG PSK Invest für Anleihen zuständig, rechnet heuer trotz des höheren Zinsrisikos in Europa noch nicht mit einem Anstieg der Inflation. Die Kreditrisiken der Euroländer dürften weiter im Fokus bleiben, die Zinsentwicklung in der Eurozone in einem Seitwärtsband verweilen. Zur Überbrückung des aktuell niedrigen Zinsniveaus empfiehlt er kurzfristige Anleihefonds.

Der Renditespread zwischen Österreich und Deutschland von derzeit rund 33 Basispunkte dürfte nicht mehr viel enger werden, das historische Tief von 4,7 Basispunkten im Jahr 2007 nicht mehr erreicht werden, so Bohn. Zum Vergleich, das Hoch lag 2011 bei fast 185 Basispunkten.

"Wir bewegen uns noch immer in der Angstphase", meinte Erika Karitnig, für Aktienmärkte zuständig. Deswegen seien die Absätze bei Aktienfonds auch noch immer verhalten. "Jetzt wäre Zeit, das zu überdenken", meinte Karitnig. Sie sieht vor allem den US-Aktienmarkt noch auf einem besonders gesunden und aussichtsreichen Niveau. Nicht so gut sehe es konjunkturell in Europa aus, hier sei aber mit einer Erholung zu rechnen. Des Weiteren dürften Schwellenländer wie China das weltweite Wachstum unterstützen. Sie empfiehlt, langfristig zu investieren, auf global aufgestellte Unternehmen zu setzen und den Fokus auf dividendenstarke Titel zu legen.

Aktienfonds Österreich Plus

Die beste Performance erzielten die BAWAG-Fondsmanager im Vorjahr mit dem Aktienfonds Österreich Plus (T) mit 24,05 Prozent Zuwachs. Über fünf Jahre betrachtet liegt er allerdings noch immer mit 5,6 Prozent im Minus. Der schlechteste Aktienfonds machte immerhin noch 8,50 Prozent. Unter den Anleihefonds lag der Global High Yield Bond (T) mit 15,72 Prozent an der Spitze. Der beste Mischfonds machte 10,1 Prozent, der beste Garantiefonds 9,9 Prozent, der beste Geldmarktfonds 1,22 Prozent.

Alle BAWAG PSK-Fonds schlossen das Jahr im positiven Terrain ab. Als wesentliche Erfolgsfaktoren verwies Steinböck unter anderem auf das niedrige Zinsumfeld, die enge Kooperation mit dem Filialnetz und die übersichtliche Zahl von rund 30 Publikumsfonds.

Alleine mit dem Anlageprodukt "Zielrendite 2017" konnten von Oktober 2012 bis Februar 2013 rund 70 Millionen Euro eingesammelt werden. Geplant ist bereits das Nachfolgeprodukt "Zielrendite 2020", das jährlich rund 3 Prozent Rendite abwerfen und 2020 zu 100 Prozent getilgt werden soll. (APA, 20.3.2013)

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