NATO veröffentlicht Handbuch für Cyberkrieg

20. März 2013, 12:45
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Definiert wurden 95 Regeln im Umgang mit Angriffen

Die NATO beziehungsweise das dazugehörige "Cooperative Cyber Defence Center of Excellence" hat nun erstmals ein Handbuch über Cyberkrieg veröffentlicht. Das sogenannte "Tallinn Manual" besitzt Heise zufolge zwar keine internationale Gültigkeit, umfasst aber dennoch 95 Regeln für den Cyberkrieg. Insgesamt haben IT-Experten drei Jahre lang an dem Handbuch gearbeitet. Auch das Internationale Rote Kreuz und das Cyber-Kommando der US-Armee waren an der Erstellung beteiligt.

Hacker als Kriegskombattanten

Cyberkrieger dürfen laut Handbuch im Auftrag von Staaten keine Atomkraftwerke, Krankenhäuser, Staudämme oder ähnliche Bauwerke angreifen. Sämtliche Einrichtungen, die aufgrund eines Angriffs die Zivilbevölkerung einem unkalkulierbaren Risiko aussetzen würden, sollen nicht angegriffen werden. Hacker, die sich an Cyberangriffen jeglicher Art im Auftrag eines Staates beteiligen, sind kriegsführende Kombattanten und dürfen selbst angegriffen werden – auch, wenn sie Zivilisten sind.

Recht auf Einsatz von Waffen

Der führende Herausgeber Michael Schmitt, Professor am Naval War College der US-Marine, führt in seinen Anmerkungen an, dass sich die beteiligten Experten nicht einigen konnten, ob die Stuxnet-Attacke auf iranische Uran-Anreicherungsstätten bereits als Cyberwar zu werten seien oder nicht. Der Einschätzung von Schmitt und Kollegen zufolge habe es deshalb noch keinen Cyberkrieg gegeben. Cyber-Angriffe seien aber aufgrund ihres hohen Potentials einem internationalen bewaffneten Angriff gleichzustellen. Der angegriffene Staat habe dann das Recht, sich mit Waffen zu wehren. (red, derStandard.at, 20.3.2013)

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    Die NATO legt Regeln für eventuelle Cyber-Angriffe fest

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