Untersuchung: Tiefkühlfisch oft mit Wasser "gepanscht"

20. März 2013, 12:21
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Bei einer Untersuchung des NDR war jede vierte Stichprobe mit Wasser angereichert

Berlin/Wien - Fisch und Garnelen aus dem Supermarkt werden laut dem NDR-Verbrauchermagazin "Markt" häufig mit Wasser "gepanscht" und schwerer so gemacht. Dadurch steigt der Preis für die Konsumenten.

23 Tiefkühlfische aus Supermärkten wurden "stichpunktartig" auf Fremdwasser und Zusatzstoffe untersucht. Zwölf davon waren auffällig und wurden ins Labor geschickt - bei fünf wurde ein künstlich erhöhter Wassergehalt festgestellt. Fast jede vierte Stichprobe von Scholle, Pangasius und Garnelen war also mit Fremdwasser aufgeschwemmt.

Wasserzusatz "nicht verboten"

"Es ist nicht verboten, einem Produkt Wasser zuzusetzen", so Elke Müller-Hohe von der Gesellschaft Deutscher Chemiker, die zugleich im Landesuntersuchungsamt in Freiburg tätig ist. "Aber man muss es kenntlich machen, so dass der Verbraucher diese Produkte klar von unbehandelten unterscheiden kann." Bei den gepanschten Produkten aus der "Markt"-Stichprobe hatte jedoch lediglich ein Hersteller den Einsatz von Zusatzstoffen wie Zitronensäure, die Wasser binden, deklariert.

Jörg Oehlenschläger, ehemaliger wissenschaftlicher Direktor der deutschen Bundesforschungsanstalt für Fischerei, sagte: "Vor allem bei Garnelen werden bewusst Zusatzstoffe zugesetzt, um Wasser zu binden, weil das eben eine sehr hochpreisige Ware ist."

Laut Birgit Peck vom österreichischen Verein für Konsumenteninformation (VKI) macht eine Wasserschutzglasur über dünnem Filet wie Scholle sogar durchaus Sinn. Diese soll das Fischfleisch vor Abrieb, Austrocknung und Gefrierbrand schützen. "Aber es ist die Frage, ob das zehn oder 20 Prozent des Gewichts ausmacht." Das Abtropfgewicht müsse unbedingt richtig angegeben werden.

Nur geringes Bußgeld bei Verstößen

Die nicht deklarierte Zugabe von Substanzen, um Wasser zu binden und die Konsumenten zu täuschen, sei eine ganz andere Sache, entspräche nicht dem Lebensmittelgesetz und sei strafbar. Allerdings seien die Bußen dafür nicht wirklich hoch.

Während man beim VKI vor einigen Jahren noch gewässerten Schinken in Österreich entdeckt hatte, habe man zuletzt nichts derartiges gefunden. In Deutschland seien hingegen vor allem in für die Gastronomie bestimmte Schinkenprodukten oft Zusatzstoffe wie Phosphat gefunden worden. (APA, 20.3.2013)

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