Bombenanschlag auf Polizeistation in Nordkosovo

20. März 2013, 11:29
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Vor neuer Gesprächsrunde zwischen Dacic und Thaci - Keine Verletzten

Vor dem siebenten Treffen der Ministerpräsidenten Serbiens und des Kosovo, Ivica Dacic und Hashim Thaci, am Mittwoch in Brüssel ist im Nordkosovo erneut eine Bombe explodiert. Laut serbischen Medienberichten wurde am Dienstagabend ein Sprengsatz gegen den Eingang der Polizeiwache in der mehrheitlich von Serben bewohnten Gemeinde Leposavic geworfen. Verletzte wurde niemand, der Sachschaden war gering.

In den vergangenen Monaten wurden im Norden des Kosovo etwa 30 solche Angriffe registriert. Ihr Ziel waren häufig serbische Mitarbeiter des Verwaltungsbüros in Mitrovica beziehungsweise ihr Eigentum. Die Täter wurden in keinem Fall ausgeforscht. Die Serben im Nordkosovo lehnen die kosovarischen Institutionen nach wie vor ab.

Dacic und Thaci sollen unter Vermittlung der EU-Außenpolitikbeauftragten Catherine Ashton eine Einigung über eine Dachorganisation der serbischen Gemeinden im Norden des Kosovo erreichen. Dies soll die Auflösung der serbischen Parallelinstitutionen in diesem Landesteil ermöglichen.

EU-Annäherung

Dacic beharrt auf exekutiven und legislativen Befugnissen für die geplante Dachorganisation. Thaci lehnt dies ab: Die Vereinigung könne nur im Einklang mit der kosovarischen Verfassung, den Gesetzen und dem Status-Plan des früheren UNO-Vermittlers Martti Ahtisaari für die Unabhängigkeit des Kosovo gebildet werden.

Nach dem Besuch von Ashton in Belgrad und Prishtina in der Vorwoche forderte diese Woche EU-Erweiterungskommissar Stefan Fülle dort eine Einigung, damit Serbien und der Kosovo einen weiteren Schritt bei der EU-Annäherung machen könnten. Serbien will einen Termin für den Beginn von Beitrittsverhandlungen, der Kosovo will ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen abschließen.

Eine Delegation des Deutschen Bundestages hatte am Dienstag Serbien und den Kosovo aufgefordert, einen "sichtbaren Willen" zur Normalisierung ihrer Beziehungen an den Tag zu legen. Konkret geht es darum, dass sich die zwei Seiten verpflichten, ihre Beziehung während der EU-Beitrittsgespräche Serbiens auf nicht näher genannte Weise zu "normalisieren". Nach Meinung der serbischen Vizeministerpräsidentin Suzana Grubjesic ist das eine technische Frage. Eine direkte oder indirekte Anerkennung des Kosovo komme für Serbien nicht infrage. Man sei jedoch um die Normalisierung der Beziehungen mit dem Kosovo bemüht, versicherte Grubjesic. (APA, 20.3.2013)

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