Zwei Schwerpunkte in Ephesos

19. März 2013, 19:33
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Marienkirche und Siedlungshügel im Fokus

Das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI) will sich 2013 bei seinen Grabungen in Ephesos auf zwei Plätze konzentrieren: auf das Çukuriçi Höyük, eine prähistorische Hügelkuppe, anhand derer die Phase der Sesshaftwerdung in der Jungsteinzeit untersucht wird, und auf eine spätantike Residenz südlich der Marienkirche. Bei Letzterer könne direkt die Veränderung der antiken Lebenswelt von der römischen Kaiserzeit, wie sie im Hanghaus 2 aus dem dritten Jahrhundert dokumentiert wurde, nachvollzogen werden. Die Veränderung einer antiken Großstadt zu einem mittelalterlichen regionalen Zentrum sei kaum erforscht, sagt ÖAI-Direktorin Sabine Ladstätter.

Der Siedlungshügel Çukuriçi Höyük in Ephesos wird seit 2007 von einem Team unter der Leitung von Barbara Horejs erforscht, das Projekt wird vom Europäischen Forschungsrat (ERC) gefördert. Unter anderen sollen dort die Entwicklung von Handel, Handwerk und Metallurgie untersucht werden. Von der rund 1.500 Quadratmeter großen spätantiken, hervorragend erhaltenen Residenz südlich der Marienkirche konnte bisher schon etwa ein Viertel ausgegraben werden. Das Haus sei im fünften Jahrhundert gebaut und im siebenten zerstört worden, sagt Ladstätter. Nun werde Schicht für Schicht abgetragen und die spätantike Alltagskultur erforscht.

Die Archäologen interessieren sich auch dafür, wie sich die Bäderkultur bzw. die Nutzung von Häusern als öffentlicher Raum verändert hat. Dabei habe man bei Untersuchungen bereits gesehen, dass auch die oberen Räume repräsentativ gestaltet seien.

Eine zentrale Herausforderung in Ephesos sei zudem die Ruinensicherung etwa mit Kalkmörtel oder durch Trockenmauern, wurde die antike Stadt doch 2012 von mehr als zwei Millionen Menschen pro Jahr besucht. (APA, red, DER STANDARD, 20.03.2013)

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