Zeilinger will als Akademie-Präsident Diskurs fördern

19. März 2013, 19:24
posten

Anton Zeilinger setzt auf Synergien zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen. Der neugewählte Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) glaubt an die Möglichkeit, gemeinsam mit den heimischen Universitäten und dem IST Austria in Klosterneuburg, " Österreich international als Topwissenschaftsstandort zu positionieren" , sagte er am Dienstag zum Standard.

Einen Rückzug aus dem Kuratorium des ISTA, dessen stellvertretender Vorsitzender er ist, hält er nicht für nötig. Das sei durchaus miteinander vereinbar. Die langfristige Finanzierungszusage des IST Austria durch das Wissenschaftsministerium und das Land Niederösterreich hatte im vergangenen Jahr für Unmut in der ÖAW gesorgt - weil es dort gleichzeitig zu Budgetkürzungen kam.

Der Quantenphysiker Zeilinger, der sein Amt am 1. Juli antreten wird, soll der ÖAW-Gesamtsitzung am 19. April seine Kandidaten für das Präsidium vorstellen: ein Vize, je ein Klassenpräsident für die mathematisch-naturwissenschaftliche und philosophisch-historische Klasse. Als einer der Favoriten wird der Rechtswissenschafter Walter Berka gehandelt, der am Freitag Zeilinger in einer Stichwahl unterlegen war. Zeilinger selbst wollte dazu keine Stellung beziehen.

Das Durchschnittsalter in der ÖAW-Gesamtsitzung liegt bei 70 Jahren. Zeilinger sagte im Gespräch mit dem Standard, er wäre für mehr jüngere Mitglieder und mehr Frauen unter den wirklichen Mitgliedern. Die Akademie habe inklusive aller assoziierter Mitglieder und der Jungen Kurie ein "gewaltiges intellektuelles Potenzial". Man müsse mehr zu gesellschaftlich relevanten Fragen Stellung beziehen - nach dem Vorbild der angloamerikanischen Akademien. Dabei könne es divergierende Meinungen geben. "Wir sind Wissenschafter, keine Partei." (pi, DER STANDARD, 20.03.2013)

Share if you care.