Künstler Gerhardt Moswitzer gestorben

19. März 2013, 18:26
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Vertrat 1970 als erst 30-Jähriger Österreich auf der 35. Biennale von Venedig

Wien - "Eisen-Zeug" nannte Gerhardt Moswitzer seine abstrakt-geometrischen Skulpturen lapidar. Arbeiten, die den frühen Ruhm des 1940 in Maria Lankowitz in der Steiermark geborenen Künstlers begründeten: 1970 vertritt der erst 30-Jährige Österreich auf der 35. Biennale von Venedig, und zeigt 58 seiner Stahlskulpturen.

Fast zehn Jahre lang hatte er sich zuvor in seine Atelierhütte in der Weststeiermark, die "Lehmgrube" zurückgezogen, eine Werkstatt mit angeschlossenem, kaum mehr als sechs Quadratmeter großen Wohnraum.

Ursprünglich hatte der gelernte Werkzeugmacher Maler werden wollen, aber über Collagen mit Stahl und Metall fand er schließlich doch zur Bildhauerei. Qualitätsmaßstab waren Constantin Brancusi und Alberto Giacometti, deren Arbeiten Moswitzer als Teenager in Paris kennengelernt hatte.

Moswitzers Werk, das sich später um experimentell-abstrakte Filme und Fotografien sowie digitale Skulpturen erweiterte, entwickelte sich abseits der Öffentlichkeit. Metallen waren auch die experimentellen Sounds, mit denen sich Moswitzer unter dem Alias Hewiach seit den 1980er-Jahren beschäftigte.

Am Dienstag starb Gerhardt Moswitzer nach langer schwerer Krankheit in Wien. (kafe, DER STANDARD, 20.3.2013)

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