Proteste um "Hunting for Bambi"

12. August 2003, 13:03
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In der Wüste Nevadas machen Männer Jagd auf nackte Frauen

Las Vegas - Während in Japan eher koreanische Hinternspiele mit frauenfeindlichen Matrizen (Stichwort Boong-Ga Boong-Ga) als Arkade-Simulation die Männerherzen höherschlagen lassen, ist in den USA eine neue Art des Spiels, ganz unvirtuell, Trend.

Das von Channel 8 ("Eyewitness News") der Öffentlichkeit vorgestellte Thema wird heiß diskutiert: Hunting for Bambi. Mit Farbbeuteln samt dazupassender Waffe gewappnet, machen Männer, die zwischen 5000 und 10000 US-Dollar dafür hinblättern, Jagd auf nackte Frauen, die in der Gegend herumhopsen. Der Initiator der Jagd heisst Michael Burdick, und er ist stolz, dass seine Idee Männer aus allen Teilen der Welt anlockt. Um einen Hoax soll es sich laut Channel 8 nicht handeln, war doch die Reporterin LuAnne Sorrell bei einer derartigen Jagd dabei.

Die Frage, warum sich Frauen finden, die sich als Zielobjekte bewerben (und es sind viele), liegt auf der Hand: schnell verdientes Geld, und das nicht wenig: 1000 US-Dollar, werden sie getroffen, 2500, wenn sie "überleben". Sprüche der erfolgreichen Jäger wie "ich hab die mit den größten was-auch-immer gekriegt" sind obligatorisch. Ein gelandeter Treffer tut den Frauen zudem noch sehr weh, beschreibt eine der "bambies" - kein Wunder, fliegen die Geschosse doch mit mehr als 200 km/h. (Sexuelle) Aggression gegen Frauen hat nun eine weitere Ausformung.

Proteste

Inzwischen schlagen die Wellen um "Hunting for Bambi" in Las Vegas, dem Sitz des Unternehmens, hoch. Frauengruppen und Behörden suchen nach einem Weg, die Jagd zu beenden. "Sobald ich davon gehört habe, habe ich eine Untersuchung eingeleitet", erklärte Las Vegas Bürgermeister Oscar Goodman. "Las Vegas ist ein Platz, wo alles möglich ist, aber das überschreitet die Linie, wenn es real ist."

Viele glauben, dass es ein Hoax ist, um den Verkauf von Videos mit "Bambi"-Jagdszenen anzukurbeln. Dem Sprecher des Unternehmens "Real Men Outdoor Productions Inc." zufolge, fand die Jagd bisher 18 Mal statt. Proteste kommen auch von Brass Eagle Inc., dem weltweit größten Hersteller von Farbbeuteln. Jodi Tyson, Direktorin der Nevada-Vereinigung gegen sexuelle Gewalt, nannte die "Bambi"-Jagd widerwärtig, gefährlich und ausbeuterisch. (red)

Die ganze Geschichte:
Channel 8
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