Ashton fordert Bewegungsfreiheit für Italiens Botschafter in Indien

19. März 2013, 15:43
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Wiener Konvention über den Schutz von Diplomaten müsse "jederzeit respektiert werden" - Sonia Gandhi: Flucht der italienischen Soldaten "absolut inakzeptabel"

Neu-Delhi/Brüssel - Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hat Indien aufgefordert, die Bewegungsfreiheit des italienischen Botschafters in Neu Delhi nicht länger einzuschränken. Sie sei "besorgt" über eine Anordnung des obersten Gerichts, wonach der Botschafter das Land nicht ohne Genehmigung verlassen darf, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung.

Die Wiener Konvention über den Schutz von Diplomaten müsse "jederzeit respektiert werden", meinte Ashton. Einschränkungen der Freiheit des Botschafters seien ein Verstoß gegen internationale Verpflichtungen. Sie hoffe, dass im Konflikt zwischen Italien und Indien eine "wechselseitig befriedigende Lösung" gefunden werde. Italien hatte Indien am Vortag einen "klaren Verstoß" gegen internationales Recht vorgeworfen.

Flucht "absolut inakzeptabel"

Der Botschafter hatte die Rückkehr von zwei italienischen Soldaten versprochen, die zwei indische Fischer für Piraten gehalten und erschossen hatten. Die Soldaten blieben nach ihrer Ausreise jedoch in Italien. Das indische Gericht hatte daraufhin ein Ausreiseverbot für den italienischen Botschafter um zwei Wochen verlängert und die Immunität des Diplomaten infrage gestellt.

Die Chefin der regierenden Kongresspartei in Indien, Sonia Gandhi, bezeichnete die Flucht der beiden Soldaten laut der Nachrichtenagentur IANS am Dienstag als "absolut inakzeptabel". Es müsse alles dafür getan werden, damit die Zusage gegenüber dem indischen Gericht eingelöst werde. Es handle sich um den "Verrat einer Verpflichtung". (APA, 19.3.2013)

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