Zyperns Bankenkrise belastet Europas Leitbörsen deutlich

19. März 2013, 19:22
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Frankfurt am Main - EuropasLeitbörsen haben am Dienstag im Zuge der Bankenkrise in Zypern einheitlich klar in der Verlustzone geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 33,51 Einheiten oder 1,24 Prozent auf 2.671,96 Zähler.

Den gesamten Handelstag über stand die Bankenkrise in Zypern im Fokus. Daran konnten weder positiv ausgefallene Daten zu Italiens Industrieproduktion, noch ein ebenso positiver ZEW-Konjunkturausblick etwas ändern. Zwar stützen am Nachmittag kurzzeitig die US-Börsen, die nach besser als erwartet ausgefallenen Daten zu Baubeginnen und -genehmigungen freundlich gestartet waren. Im Zuge der Verwirrung rund um die Abstimmung zum EU-Rettungspaket und den Zwangsabgaben auf Spareinlagen, die nun doch heute um 19.30 (MEZ) erfolgen soll, rutschten die europäischen Leitindizes bis Handelsschluss klar in die Verlustzone ab.

Der zypriotische Finanzminister Michalis Sarris ist indessen am Abend nach Moskau abgeflogen. Dies berichtete das staatliche zypriotische Radio. Sarris will in Moskau sondieren, ob Zypern seine Finanzkrise mithilfe Russlands überwinden könnte. Zuvor wurden unbestätigte Gerüchte über einen möglichen Rücktritt von Sarris kolportiert, die laut Händlern ebenso belasteten.

Ein europäischer Branchenvergleich verdeutlichte die herben Verluste für den Bankensektor im Zuge der Bankenkrise in Zypern, der entsprechende Sektorindex verlor deutliche 3,98 Prozent. Auch unter den Einzelwerten im Euro-Stoxx-50 gab es klare Abschläge für zahlreiche Bankwerte, die deutlichsten für BBVA (minus 4,78 Prozent auf 7,23 Euro), Banco Santander (minus 3,64 Prozent auf 5,62 Euro), Societe Generale (minus 3,92 Prozent auf 27,84 Euro), BNP Paribas (minus 4,20 Prozent auf 40,96 Euro) und Deutsche Bank (minus 4,35 Prozent auf 32,01 Euro).

Stärkste Aktie des Handelstages waren Philips, die um 2,02 Prozent auf 23,47 Euro dazugewannen. Ebenso trotzten Unilever (plus 0,76 Prozent auf 31,34 Euro) und Siemens (plus 0,73 Prozent auf 84,67 Euro) der Belastung im Zuge der Verwirrung um Zypern.

ThyssenKrupp bereitet sich einem Pressebericht zufolge auf eine Kapitalerhöhung vor. Das Management diskutiere eine Kapitalerhöhung im Umfang von mehr als einer Milliarde Euro, erfuhr das "Handelsblatt" aus Konzernkreisen. Die Aktien sackten in Frankfurt um 5,47 Prozent auf 17,37 Euro ab.

Zwar will der Münchener Autoriese BMW auch heuer wieder Bestwerte beim Verkauf erzielen, mehr Geld werden die Bayern aber möglicherweise damit nicht verdienen. "Angesichts hoher Aufwendungen für neue Technologien und Modelle sowie Investitionen in das Produktionsnetzwerk erwarten wir ein Konzernergebnis vor Steuern in der Größenordnung des Jahres 2012", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer. BMW sanken 1,60 Prozent auf 69,07 Euro. (APA, 19.3.2013)

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