Euro fällt wegen Zypern-Unsicherheit auf Drei-Monats-Tief

19. März 2013, 17:47
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Frankfurt am Main - Der Kurs des Euro ist am Dienstag wegen der Unsicherheit um Zypern wieder unter der Marke von 1,29 US-Dollar gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,2897 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2944 (Montag: 1,2929) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7726 (0,7735) Euro. Zwischenzeitlich fiel der Euro bis auf 1,2875 Dollar und erreichte den tiefsten Stand seit drei Monaten.

"Die Lage Zypern ist weiter unklar und ungemütlich", sagte Stephan Rieke, Devisenexperte von der BHF-Bank. Eine Mehrheit im Parlament für die geplante Zwangsabgabe auf Bankguthaben ist weiter nicht Sicht. Zyperns Parlament soll aber nun doch am Dienstagabend über das umstrittene Euro-Rettungspaket abstimmen. Laut Händlern ist der Eurokurs am Abend zudem wegen Marktgerüchten, nach denen der zypriotische Finanzminister Michalis Sarris seinen Rücktritt eingereicht habe, zusätzlich unter Druck geraten.

Der Euro hatte sich im Tagesverlauf zunächst stabilisiert und die Nervosität war etwas abgeklungen. "Insgesamt reagierten die Märkte noch relativ gelassen, da man weiterhin mit einer Lösung rechnet", sagte Rieke. Zudem sei Zypern sehr klein und Bankenpleiten in dem Land würde sich kaum auf die gesamte Eurozone auswirken. Problematisch für die Eurozone und den Euro ist jedoch, dass jetzt das Vertrauen in Bankeinlagen generell geschwächt wurde. Sollte es in Ländern wie Italien oder Spanien zu erneuten Problemen kommen, könnte das Bankensystem schneller als bisher durch Geldabflüsse unter Druck geraten. "Diese Abgabe lastet auf dem Euro, da hier ein Präzedenzfall geschaffen wurde", sagte Rieke. (APA, 19.3.2013)

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