Facebooks kühle Büros sollen Produktivität steigern

19. März 2013, 09:01
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In den Räumlichkeiten in Palo Alto herrscht ein kühles Raumklima

Seit einiger Zeit ist Sheryl Sandbergs erstes Buch "Lean in" auf dem Markt. Die Facebook-Managerin meint darin, dass sich die Emanzipierung seit zehn bis 20 Jahren nur wenig bewegt. Dafür hat die Managerin schon einiges an Kritik entgegennehmen müssen. Doch was die Medien an dem Buch noch viel mehr interessiert, sind die Details. So gibt es im Moment große Aufregung darüber, dass in der Facebook-Zentrale eine Raumtemperatur von 15 Grad herrscht.

Kühles Arbeitsklima

Ähnlich wie auch andere IT-Konzernen ist Facebook ein beliebter Arbeitgeber. Laut "Guardian" gibt es bei Facebook rund um die Uhr kostenloses Essen für die Mitarbeiter, flexible Arbeitszeiten und einen kreativ gestaltete Arbeitsplätze. Wie der "Guardian" berichtet, hat ein Detail in Sandbergs Buch verraten, dass Facebook-Chef Mark Zuckerberg die Räumlichkeiten des Unternehmens mit nur 15 Grad Celsius temperiert. Die genauen Gründe für dieses kühle Raumklima sind nicht bekannt.

Zu viel Energie

Mehrere Gründe werden für möglich gehalten: So könnte Facebook versuchen, Heizkosten zu sparen oder aber – und das erscheint wahrscheinlicher – die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter zu erhöhen. Zuckerberg könnte also damit versuchen, die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter konstant zu halten. Laut einer Studie der Universität Cornell soll die optimale Temperatur für die bestmögliche Produktivität der Mitarbeiter aber 25 Grad betragen. Die Studienergebnisse aus dem Jahr 2004 haben ergeben, dass Mitarbeiter bei dieser Temperatur beim Tippen eine Fehlerrate von zehn Prozent haben. Sind es nur noch 20 Grad, steigt die Fehlerquote auf 54 Prozent. Alles unter oder über 25 Grad wäre zu ablenkend für die Betroffenen, der Körper benötigt zu viel Energie und damit sinkt die Aufmerksamkeit.

"Diktatorischer" Umgang mit Mitarbeitern

"Financial Times"-Autorin Lucy Kellaway kritisiert diese Maßnahme und schreibt, dass diese viel über die Kultur in Silicon Valley und die Produktivität der Leute aussagt. Sie glaubt allerdings nicht an die Cornwell-Studie und meint, 25 Grad wären viel zu gemütlich zum Arbeiten. Besonders in Meetingräumen sei die Entscheidung, eine kühle Raumtemperatur zu halten, in ihren Augen durchaus sinnvoll: Man würde sich mehr konzentrieren. 15 Grad seien aber dennoch etwas extrem. Kellaway geht sogar noch weiter und bezeichnet diese Art des Umgangs mit Mitarbeitern und Gästen als "diktatorisch". (red, derStandard.at, 19.3.2013)

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    In Facebooks Büros herrscht eine Raumtemperatur von nur 15 Grad

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