Rettungsaktion nicht auf Spanien übertragbar

18. März 2013, 19:06
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Granada - Für tiefe Sorgenfalten sorgt Zyperns Rettung in Madrid und Lissabon. Die Renditen auf spanische und portugiesische Staatsanleihen zogen am Montag deutlich an, während Bankenwerte auf den iberischen Handelsplätzen zum Teil kräftige Einbußen hinnehmen mussten.

"Zyperns Fall ist nicht ansteckend", versuchte Spaniens Landwirtschaftsminister Miguel Arias Cañete angesichts von Worst-Case-Szenarien wie das eines "Banken-Runs" zu kalmieren: "Unser Banksystem ist im Moment in einer wunderbaren Situation. Notwendige Reformen wurden sehr rigoros umgesetzt."

Keine Gründe, warum irische, spanische oder portugiesische Sparer einen solchen Aderlass fürchten müssten, sieht UBS- Analyst John-Paul Crutchley, schlichtweg wegen der exorbitanten Dimension des Finanzplatzes Zypern. Kaum Risiken für eine Steuer auf Bankeinlagen nach zypriotischem Vorbild ortet auch José da Silva Lopes, Exgouverneur des Banco do Portugal: "Unser Banksystem ist absolut verschieden. Das Zyperns gleicht dem eines Steuerparadieses."

Während sich Spanien laut Wirtschaftsminister Luis de Guindos mit knapp zwölf Prozent am Zehn-Mrd.-Euro-Paket Zyperns beteiligen wird, mehren sich warnende Stimmen zur sozialen Lage in der Euro-Peripherie: "Eine Variable, die keine Regierung in einer Schuldenkrise kontrollieren kann, ist die gesellschaftliche Stabilität", schreibt José Carlos Díez, Ökonomieprofessor der Madrider ICADE-Universität und Intermoney-Chef in einem Gastkommentar für die Zeitung El Páis.(Jan Marot, DER STANDARD, 19.3.2013)

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