Immer lächeln

18. März 2013, 18:30
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Sasa Schwarzjirg und Claudia Hölzl sind die Fußstapfen des Heinzlmännchens zu groß

Seit eineinhalb Monaten läuft das jetzt. So lange wird schon öffentlich geübt, und man muss kein Pessimist nicht sein, um zu mutmaßen, dass das wahrscheinlich nichts mehr wird. ATV hat im Februar das Gesellschaftsformat "Hi Society" reanimiert. Dieses einstige Erfolgsformat des Privatsenders war mit dem Abgang seines Machers Dominic Heinzl zum ORF entschlafen.

Beerbt haben ihn nun die beiden Moderatorinnen Sasa Schwarzjirg und Claudia Hölzl. Und man muss sagen, selbst die Fußstapfen des Heinzlmännchens sind ihnen zu groß. Das muss man sich einmal vorstellen.

Während Heinzl aus der ihm eigenen Frechheit so etwas wie Verve bezog und ein zumindest von der Faszination des Schreckens her interessantes Format gestaltet hat, können die beiden Damen nicht einmal auf die manchmal siegende Frechheit zurückgreifen. Zu Themen, denen ein Prädikat wie seicht noch schmeicheln würde, betreiben die beiden bloß Selbstdarstellung.

Blöd nur: Sogar dafür braucht es ein wenig Talent, sonst geht der Schuss, wie hier, nach hinten los. Also bleibt ihnen nur übrig, sehr, sehr einfache Fragen zu stellen: "Ist der Promi alkoholgefährdeter?" Wenn ihnen so eine (eigentlich unfertige) Frage halbwegs fehlerfrei über die Lächlerlippen kommt, grinsen sie in die Kamera, als hätten sie sich gerade den Nobelpreis für Literatur abgeholt - ohne jetzt das Wissen um Bücher oder den Nobelpreis unterstellen zu wollen.

"Hi Society" ist also selbst für Privatsendermaßstäbe ein sehr, sehr, sehr schlechtes Format geworden. Nicht nur das: Man ertappt sich sogar dabei, sich den Heinzl zurückzuwünschen. Und da hört es wirklich auf.  (Karl Fluch, DER STANDARD, 19.3.2013)

  • Die Moderatorinnen Sasa Schwarzjirg und Claudia Hölzl.
    foto: atv

    Die Moderatorinnen Sasa Schwarzjirg und Claudia Hölzl.

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