Düstere Einblicke ins Innere der Volksbanken AG

18. März 2013, 18:16
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Schreiduelle im Personalbüro, anonyme Schreiben und Mobbing-Vorwürfe vor Gericht

Wien - Die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG; zu 43 Prozent im Eigentum des Staates) beschäftigt die Finanzministerin nun gleichsam auch im Parlament. Die grünen Abgeordneten haben am Freitag eine parlamentarische Anfrage an Maria Fekter eingebracht, bei der vor allem die Antwort auf folgende Frage interessant werden dürfte: "Können Sie ausschließen, dass 2013 weitere Budgetmittel für die ÖVAG notwendig sind?"

Hintergrund: Die Bank muss heuer 3,8 Mrd. Euro an Krediten rückzahlen, allein in der maroden Tochter in Rumänien stecken rund zwei Mrd. Euro der Mutter.

Interessant sind freilich auch Einblicke ins Innere der ÖVAG, die jener Arbeitsgerichtsprozess eröffnet, in dem ein 2012 rausgeworfener Exbanker seine Entlassung bekämpft. Dieser Prozess fand am Montag seine Fortsetzung; als Zeuge trat der Personalchef des Instituts auf. Er war vom klagenden Exbanker in einer E-Mail beleidigt worden; der Rauswurf folgte. Der Kläger argumentiert, dass er zuvor so gemobbt worden sei, dass er die Mail in einem Zustand der Unzurechnungsfähigkeit geschrieben habe.

Auge um Auge

Aus der Aussage des Personalchefs erhellt sich, dass es bei Treffen der beiden ab und an recht laut zuging; "wenn der andere laut wird, kann man selbst auch nur laut werden oder gehen", so der ÖVAG-Manager. Laut wurde es etwa bei der Diskussion über eine Vertraulichkeitserklärung, wonach der Kläger nicht einmal dem ÖVAG-Vorstand Infos zur Kommunalkredit geben durfte.

Oder bei der Suche nach undichten Stellen: Als beim ÖVAG-Aufsichtsrat ein anonymer Brief mit Vorwürfen gegen den Vorstand auftauchte, wurde auch der Exbanker dazu befragt. "Wir hatten ihn aber nicht unter Verdacht", erklärte der Personalchef nun.

Der Vorwurf, anonyme Schreiben verfasst zu haben, soll - so hört man in der Bank - allerdings öfter Anlass zu Trennungen von Personal gewesen sein. (gra, DER STANDARD, 19.3.2013)

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