Christian Berger und sein klarer Blick

18. März 2013, 18:05
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Das Innsbrucker Leokino zeigt Filme bei denen der preisgekrönte Kameramann von Michael Hanekes "Das weiße Band" selbst Regie führte

Seine herausragende Kameraarbeit bei Michael Hanekes Schwarz-Weiß-Drama Das weiße Band brachte dem Tiroler Kameramann Christian Berger eine Oscar-Nominierung ein, er wurde in Los Angeles zum Kameramann des Jahres 2009 gekürt und erhielt als bisher einziger Österreicher den renommierten American Society of Cinematographers Award, eine der begehrtesten Auszeichnungen für Kameramänner. Damit gehört Berger endgültig zu den Weltbesten seines Faches.

Haneke setzte schon früh auf Bergers Blick, er vertraute ihm die Kamera in seinen Filmen Benny's Video, 71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls, Die Klavierspielerin und Caché an. Weniger bekannt sind Bergers eigene Filme. Das Innsbrucker Leokino zeigt diese jetzt in der Werkschau "Der klare Blick" des Christian Berger.

Heute, Dienstag, zu sehen ist der 1974 in Zusammenarbeit mit dem Musiker Werner Pirchner entstandene, dreißig Minuten lange Kurzfilm Der Untergang des Alpenlandes (Regie und Kamera: Berger; Text und Musik: Pirchner). Die bissige Satire, die mittlerweile Kultstatus erreicht hat, handelt von der biblischen Erschaffung Tirols. Pirchner selbst verkörpert das zu Fleisch und Knochen gewordene göttliche Ebenbild, das den Auftrag erhält, das Landl sauber zu halten.

Seinen ersten Langfilm Raffl drehte Berger vor dreißig Jahren mit Künstler Lois Weinberger in der Titelrolle. Der Film spielt 1810, während der französischen Besatzung Tirols. Erzählt wird vom Schicksal des verschuldeten Kleinbauern Franz Raffl, der für Kopfgeld den Volkshelden Andreas Hofer an die Feinde verrät.

Schon 1989 setzte Berger in seinem Film Hanna Monster Liebling, mit Marika Green in der Hauptrolle, auf Schwarz-Weiß-Bilder. Der Film erzählt davon, wie ein Familienglück nach der Geburt eines monströs missgestalteten Kindes zerbricht. (dns, DER STANDARD, 19.3.2013)

Bis 24. 3., Anichstraße 36, Innsbruck

www.leokino.at

  • Kameramann Christian Berger genießt nicht nur Michael Hanekes Vertrauen, er führt auch selbst Regie.
    foto: epa/georg hochmuth

    Kameramann Christian Berger genießt nicht nur Michael Hanekes Vertrauen, er führt auch selbst Regie.

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