Notenbankchef Nowotny baut intern um und rot aus

18. März 2013, 17:51
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Fusionierung und Ausgliederung in Öffentlichkeitsarbeit - Exchef leitet Geldmuseum

Wien - Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) wird, organisatorisch, ein wenig umgebaut. Das neue Direktorium steht ja nun fest, der Vertrag von Gouverneur Ewald Nowotny (SPÖ) wurde um sechs Jahre verlängert. Auf den Sessel von Vizegouverneur Wolfgang Duchatczek (ÖVP) rückt im Juli Andreas Ittner (ÖVP) nach.

Allerdings muss das OeNB-Organigramm noch vor 1. April neu gezeichnet werden. Ab da gibt es ein paar personelle Änderungen und Umstrukturierungen - betroffen davon ist die Hauptabteilung Kommunikation, Planung und Personal. Chef dieser von Nowotny geschaffenen Hauptabteilung (HA; früher gab es nur drei Abteilungen) ist Markus Arpa. Er war schon unter Gouverneur Klaus Liebscher im Haus und ist der ÖVP zuzurechnen. Zu ihm ressortiert auch die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, die bis dato Günther Thonabauer leitet - ein bald pensionsreifer Schwarzer.

Das wird sich nun ändern. In die HA Öffentlichkeitsarbeit wird das "Web- und Druckservice" (Hausdruckerei und Betreuung der Homepage) fusioniert. Die Serviceabteilung ressortierte bisher zum Vizegouverneur.

Ihr dadurch "überflüssig" gewordener Abteilungsleiter, Maximilian Hiermann (SPÖ), wird ab 1. April Abteilungsleiter der Öffentlichkeitsarbeit.

Allerdings: Aus Öffentlichkeitsarbeit ausgegliedert wird ein eigenes "Referat Pressestelle". Selbiges soll Nowotnys Pressesprecher, Christian Gutlederer, führen; er wird zum Abteilungsleiter aufgewertet. Der Job wurde zwar intern ausgeschrieben, dass Gutlederer ihn bekommt, bezweifelt in der OeNB aber niemand.

"Optimierung aller Strukturen"

Die Frage, was aus dem Chef der Öffentlichkeitsarbeit, Thonabauer, wird, lässt sich nur mit einem weiteren Umbauschritt beantworten. Wie der geht: Das Geldmuseum der OeNB wird auch in eine Art Referat ausgegliedert. Führen wird es Thonabauer. Er gehört zum Urgestein der OeNB, ist nach einem Unfall gesundheitlich angeschlagen und kann in zwei Jahren seinen Ruhestand antreten. Eine Funktion als Abteilungsleiter (samt entsprechendem Einkommen und Zulage) steht ihm vertragsgemäß zu. OeNB-Sprecher Gutlederer kommentiert keine Details, sagt nur, dass die OeNB "nach einer Optimierung aller Strukturen trachtet".

In Farben und Zahlen gesprochen könnte man es auch so sehen: Aus einst drei Abteilungen wurde eine Hauptabteilung mit vier Abteilungen und zwei Referaten (Personal, Controlling, Öffentlichkeitsarbeit, Protokoll, Presse und Geldmuseum). Alle sechs werden von entsprechend bezahlten Abteilungsleitern geführt - zumindest vier davon sind der SPÖ zuzurechnen. (Renate Graber, DER STANDARD, 19.3.2013)

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    OeNB-Chef Ewald Nowotny baut seinen Bereich um.

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