GNOME und KDE stellen sich hinter Wayland

18. März 2013, 15:02
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Kollektive Ablehnung für Ubuntus Mir - Erste GNOME-Testversion bereits im Herbst

Wer die Reaktionen auf die Ankündigung Canonicals, mit "Mir" einen eigenen Display Server für Linux zu entwickeln, verfolgt hat, den darf es eigentlich nicht weiter verwundern: In seltener Eintracht wird die Entscheidung des Ubuntu-Herstellers quer durch alle anderen Projekte abgelehnt. Statt Mir wollen KDE, GNOME und Co. auch weiterhin ganz auf Wayland als X.org-Nachfolger setzen.

Ansporn

Zumindest scheint die Canonical-Konkurrenz nun wieder frischen Wind in die diesbezüglichen Ambitionen zu bringen. So diskutiert das GNOME-Projekt derzeit nach einem Vorschlag des Red-Hat-Entwicklers Matthias Clasen eine flotte Portierung auf Wayland.

Zeitplan

Das Ziel: Bereits mit dem für Herbst geplanten GNOME 3.10 soll die GNOME Shell - zunächst experimentell - als Compositor auf Wayland laufen, auch die GTK+-Portierung soll bis dahin lauffähig sein. Bis zum für März 2014 vorgesehenen GNOME 3.12 soll der Umstieg dann abgeschlossen sein. Noch nicht vollständige portierte Programme sollen mithilfe von XWayland weiterhin lauffähig bleiben.

KDE

Auch bei KDE heißt die Marschrichtung ganz klar: Wayland. In einem aktuellen Blog-Posting diskutiert Kernentwickler Aaron Seigo einen der wichtigen Bausteine auf diesem Weg, die Wahl eines Login-Managers. Der bisher genutzt KDM sei diesen Anforderungen nicht mehr gewachsen, entsprechend müsse man eine Alternative finden. LightDM oder der Neuzugang SDDM stehen dabei derzeit zur Diskussion.

Enlightenment

Neben der GTK+/GNOME und der Qt/KDE-Welt gibt es natürlich noch andere Toolkit/Desktop-Kombinationen für den freien Desktop. Eine davon wäre EFL/Enligthenment, und auch hier signalisiert man öffentliches Desinteresse an Mir. Wayland sei mit den anderen Projekten schon vor langem als gemeinsame Plattform festgelegt worden. Technisch gesehen gebe es - entgegen den Behauptungen von Canonical - keinerlei relevante Vorteile von Mir, entsprechen werde man dieses auch nicht unterstützen, so Entwickler Carsten Haitzler. (apo, derStandard.at, 18.03.13)

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