"Engadget Expand" feiert Maker Movement

19. März 2013, 10:19
2 Postings

Das Tech-Magazin stellte bei seiner ersten Gadget-Messe in San Francisco die DYI-Bewegung und Crowdfunding in den Mittelpunkt – Ex-Wired-Chef Anderson: "Goldene Ära der Hardware"

"Wir wollen die Gadgets, die wir auf internationalen Konferenzen sehen, näher zu euch bringen." Mit dieser Begründung eröffnete Engadget-Chefredakteur Tim Stevens die erste Konferenz des Tech-Blogs, "Expand 2013" in San Francisco. Zwar waren große Hersteller wie Nokia, Lenovo und Asus vor Ort, die zweitägige Veranstaltung schenkte die Bühne aber vor allem dem sogenannten "Maker Movement" - der Do it yourself- und Crowdfunding-Bewegung.

89 Prozent

Das zeigte schon die Tatsache, dass Kickstarter-Co-Founder Yancey Strickler, die Eröffnungs-Keynote hielt. "Die Umsetzungsrate der eingereichten Projekte ist extrem hoch. 89 Prozent des von der Crowd investierten Geldes fließt tatsächlich in die Entwicklung." Denn nur wer sein Investment-Ziel erreicht, erhält von Kickstarter die Spenden für das Projekt. 438 Milliarden US-Dollar sind seit dem Launch der Plattform investiert worden. Für Strickler ist Kickstarter "kein Geschäft, in dem Produkte verkauft werden – sondern ein Platz, um seine Ideen zu teilen." Der Gründer kündigte an, Kickstarter solle künftig überall auf der Welt angeboten werden. Rechtliche Angelegenheiten würden diesen Prozess aber bremsen.

"Ich war gelangweilt von den anderen Spielkonsolen"

Ein Gadget, das über Kickstarter finanziert und auch auf der Engadget Expand präsentiert wurde, ist die Spielkonsole "Ouya". "Ich war gelangweilt von den anderen Spielkonsolen. Und es kamen keine neuen Games, sondern nur mehr Fortsetzungen raus. Irgendwann hatte ich dann die Idee, eine eigene Konsole auf Android-Basis zu entwickeln", sagt Julie Uhrman, Gründerin des Tools. Jetzt, achteinhalb Monate nach der Kickstarter-Kampagne, befinde sich Ouya in der Fertigstellung. Ende März wird die Konsole in San Francisco vorgestellt, im Juni ist sie im Handel erhältlich. Laut Uhrmann haben sich 7000 Entwickler als Ouya-Partner angemeldet, die für die Videospielanlage Games produzieren. Die Spiele werden in der Cloud gespeichert und können laut der Geschäftsführerin nach Login von anderen Ouya-Geräten abgerufen werden. Über ihre Mitbewerber Xbox und Playstation sagt sie nur: "Jeder, der persönliche Zeit in Anspruch nimmt, ist unser Mitbewerb." Bei der Umsetzung der Android-Spielkonsole habe man auch mit Google gesprochen.

"Wie das möglich ist, ohne jegliche Erfahrung? Mit dem Smartphone!"

Ein bekannter Vertreter der Maker-Bewegung, Ex-Wired-Chefredakteur und Autor Chris Anderson stellte am zweiten Konferenz-Tag sein neues Hobby vor: 3D Robotics, eine Roboter-Manufaktur. Die Idee dazu fiel ihm vor fünf Jahren ein, "als ich versuchte, meine Kinder mit einem Roboter zu beeindrucken." Dabei heraus kam ein ferngesteuertes Lego-Flugzeug. "Wie das möglich ist, ohne jegliche Erfahrung? Mit dem Smartphone!", betont Anderson und führt weiter aus: „Das ist die goldene Ära der Hardware. Die Geschwindigkeit der Umsetzung von neuen Technologien passiert schneller denn je. Wir sind am Beginn eines neuen Zeitalters."

Im Rahmen der Consumer-Messe rief Engadget außerdem zum Wettbewerb "Insert Coin" auf, bei der Entwickler ihr eigenproduzierten Gadgets einreichen konnten. Die fünf Finalisten durften ihre Einreichungen dem Publikum vorstellen. Der Award ging schließlich an Ziphius, eine Smartphone-gesteuerte Wasser-Drohne. Eingebaut haben die Hersteller einen Raspberry Pi und eine HD-Kamera. (Elisabeth Oberndorfer aus San Francisco, 19.3. 2013)

 

 

  • Ex-Wired-Chefredakteur ging auf der Bühne seinem neuen Hobby nach: Roboter bauen und steuern.
    foto: engaged

    Ex-Wired-Chefredakteur ging auf der Bühne seinem neuen Hobby nach: Roboter bauen und steuern.

  • Julie Uhrman stellte die Android-Spielkonsole Ouya vor
    foto: engadget

    Julie Uhrman stellte die Android-Spielkonsole Ouya vor

Share if you care.