Steirisches Shared-Space-Pilotprojekt ist ein Sanierungsfall

18. März 2013, 14:05
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Nach zweieinhalb Jahren soll Pflasterung in Gleinstätten durch Beton ersetzt werden - Bürgermeister ärgert sich über "Schlamperei" und Initiative will nun Asphalt

Gleinstätten - Der erste "Shared Space" Österreichs, der im September 2010 in Gleinstätten (Bezirk Leibnitz) eröffnet wurde, ist ein Sanierungsfall: Die Pflasterung ist derart kaputt, dass nur noch eine Generalsanierung hilft. Diese soll im Frühsommer stattfinden. Eine Bürgerinitiative fürchtet neuerliche Belastungen und fordert statt des nun geplanten Beton konventionellen Asphalt. Damit könnte aber der Charakter der beruhigten Ortsdurchfahrt verschwinden.

Seit Dezember gilt in Gleinstätten Tempo 30, obwohl der "Shared Space", der nach der StVO-Novelle ab April in etwa der Begegnungszone entspricht, eigentlich ohne Verkehrszeichen auskommen sollte. Gefahr wegen baulicher Gebrechen, Lärm an den Belag-Übergängen und auch hohe Feinstaubbelastung verlangten nach einer Sofortmaßnahme.

Nicht einbezogen

Man wolle nicht das Pilotprojekt an sich infrage stellen, fühle sich aber bei den Sanierungsplanungen nicht einbezogen und befürchte im Falle des Ersatzes der Beton-Verbundsteine durch eine durchgängige Betonfahrbahn weitere Probleme, hieß es am Montag in einer Aussendung der BI. Außerdem stünde nach einer halben Jahr Baustelle 2010 und kleinräumigen Reparaturmaßnahmen zwischendurch nun wieder eine Großbaustelle an, worunter vor allem das Gewerbe leide.

"Sehr gute Erfahrungen"

Bürgermeister Gottfried Schober versucht zu kalmieren: Die Sanierung, die einen Gewährsfall darstelle, würde nur einige Wochen dauern und soll abschnittsweise umgesetzt werden. Seine Sorge ist, dass der Ersatz der Betonverbundsteine durch eine - wie gefordert - konventionelle Asphaltdecke die strukturierende Wirkung der Straßenraumgestaltung schwäche. Als dritte Variante schwebt ihm "Confalt" vor, Hochleistungsbeton mit der Flexibilität eines bituminösen Systems. "Es ist eine Schlamperei, dass man im dritten Jahrtausend keine brauchbare Fahrbahndecke hinbekommt", so der Bürgermeister.

"Es hat sich gut eingespielt, unsere Erfahrungen sind sehr gut", lässt Peter Neger von der örtlichen Polizeiinspektion nichts über das Modell kommen. "Es ist halt eine blöde Geschichte, wenn es nun wegen Baumängel ins Negative gezogen wird." (APA, 18.3.2013)

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