Drei Viertel der Wintersportler im Gelände nicht vorbereitet

18. März 2013, 13:55
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Rund 1.000 Unfälle jährlich abseits der Pisten in Österreich

Innsbruck - Rund drei Viertel der Skifahrer und Snowboarder, die sich in Österreich abseits der Pisten bewegen, sind nicht richtig vorbereitet. Dies erklärte Klaus Robatsch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) bei der Präsentation einer Studie über "Sicherheit abseits der Pisten" am Montag in Innsbruck. "Durchschnittlich gibt es in Österreich jährlich rund 1.000 Unfälle, die sich abseits der gesicherten Bereiche ereignen", fügte er hinzu.

Die Hälfte aller Wintersportler wissen nicht über Lawinenwarnstufen

Rund 44.000 Skifahrer und 12.000 Snowboarder müssten jährlich nach Unfällen im Krankenhaus behandelt werden, sagte Robatsch. "Unsere Befragung ergab, dass die Hälfte aller Wintersportler, die im freien Gelände unterwegs sind, nicht über die Lawinenwarnstufen bescheid wissen", erläuterte er. Außerdem würden über 40 Prozent auch ohne Lawinenverschüttetengerät abseits der Pisten fahren. "Besonders besorgniserregend ist, dass viele Freerider noch nie einen Kurs zu ihrer Sicherheit im Gelände absolviert haben", meinte er.

Schlechte Ausstattung

Vor allem junge Skifahrer und Snowboarder, sowie Frauen seien sehr schlecht ausgestattet. "Frauen sind jedoch sehr viel vorsichtiger und fahren nur selten alleine abseits der Pisten", berichtete Nicola Werdenigg, ehemalige österreichische Weltcup-Skifahrerin und staatlich geprüfte Skilehrerin. Grundsätzlich sei die Gruppe der 20- bis 39-Jährigen am besten ausgerüstet, allerdings auch sehr risikobereit, sagte Werdenigg.

Gefahrenwahrnehmungstraining

Wichtig sei es laut Robatsch bereits in den Schulen mit einem Gefahrenwahrnehmungstraining zu beginnen. "Es gibt schon ein fertiges Projekt zur Gefahrenausbildung in Schulen und wir führen mit dem Unterrichtsministerium bereits Gespräche", erklärte der Vertreter des KFV. Auch in den Skischulen sollte vermehrt das Thema Sicherheit abseits der Pisten angesprochen werden und eine Erläuterung der richtigen Ausrüstung stattfinden, meinte Werdenigg. "Außerdem sind Freeride-Checkpoints in den Skigebieten, bei denen sich die Wintersportler vor der Abfahrt informieren können, absolut zu begrüßen", fügte sie hinzu. (APA, 18.3.2013)

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    Rund 44.000 Skifahrer und 12.000 Snowboarder müssen jährlich nach Unfällen im Krankenhaus behandelt werden.

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