Juncker und Faymann besorgt wegen Zypern-Pakets

18. März 2013, 11:48
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Wien - Der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker befürchtet nach dem Zypern-Hilfspaket der Eurogruppe einen Vertrauensverlust. "Ich habe die große Besorgnis, dass es zu Vertrauenseinbrüchen, nicht nur der Banken, sondern auch der Bürger, kommt", sagte. Er kritisiere nicht den Zypern-Beschluss."Aber es ist der erste, der ohne mein Zutun zustande kommt, insofern ist er mangelhaft", scherzte der ehemalige Eurogruppen-Chef.

Vorsichtige Kritik am Zypern-Hilfspaket der Eurogruppe ist von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) gekommen. Es sei Aufgabe der EU, "Antworten zu finden, die die kleinen Leute und die Durchschnittseinkommen verschonen", erklärte Faymann bei dem gemeinsamen Treffen mit Juncker mit österreichischen Sozialpartnern und hochrangigen Wirtschaftsvertretern.

Denn wenn man versuchen wolle, "russische Oligarchen zu treffen, die sich auf einer kleinen Insel breitgemacht haben, fast schon im rechtsleeren Raum, dann muss man schon sagen, der zypriotische Arbeiter kann da eigentlich nichts dafür", fügte der Bundeskanzler hinzu. Denn die Aufgabe europäischer Politiker sei es, ein Stück mehr Gerechtigkeit in den europäischen Diskurs einzubringen.

Das Bangen um die EU-Hilfsmilliarden für das strudelnde Zypern und die geplante Sondersteuer auf Spareinlagen hat laut Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) keine Auswirkungen auf Österreich. Hierzulande gebe es die Einlagensicherung. "Die ist gegeben", betonte der Minister am Montag am Rande einer Veranstaltung der Wirtschaftskammer in Wien. Wie es mit Zypern weitergeht, müssten die EU-Finanzminister beurteilen. (APA, 18.3.2013)

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