Der Sekt am Verteilerkreis ist noch warm

18. März 2013, 11:39
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Trotz 13 Punkten Vorsprung auf Red Bull Salzburg hält Austria-Trainer Peter Stöger den Ball flach. Kapitän Ortlechner ist aber "auch kein Realitätsverweigerer"

"Im Fußball sind schon die verrücktesten Dinge passiert", sagt Austria-Kapitän Manuel Ortlechner. Damit die Wiener nicht österreichischer Fußballmeister werden, müsste es aber schon ganz wild hergehen. Denn nach dem souveränen 4:0-Sieg am Sonntag in Mattersburg gehen die Violetten mit einem 13-Punkte-Polster in die Länderspielpause.

13 Punkte Vorsprung auf Red Bull Salzburg und zehn verbleibende Spiele. 21 Punkte Vorsprung auf Sturm Graz, gar derer 22 auf Rapid. Dass der für die Qualifikation zur Qualifikation der Champions League zu erreichende zweite Platz nicht mehr zu verlieren ist, müssen sogar chronische Pessimisten einsehen.

Direktes Duell mit Salzburg

Und sollte das direkte Duell mit Titelverteidiger Red Bull Salzburg am Ostersonntag (31. März) gewonnen werden, kann man wohl endgültig den Rechenschieber einpacken. Denn es sind weniger die Punkte als das zielorientierte und deshalb etwas fremde Auftreten der Austria, dass die Mission Titelgewinn kaum noch gefährdet erscheinen lässt. 

"Wenn wir auch dieses Spiel gewinnen sollten, dann würde es sehr gut ausschauen", sagt Goalgetter Philipp Hosiner, der mit dem dritten Doppelpack gegen Mattersburg in dieser Saison sein Trefferkonto auf 27 schraubte. Trainer Peter Stöger will weiterhin nicht spekulieren: "Es ist immer noch möglich, dass wir Nerven zeigen. Wirklich freuen werde ich mich über diese Serien und Rekorde dann, wenn sie uns auch den Titel gebracht haben."

Routine da und dort

Als Unsicherheitsfaktor machte der 46-Jährige die mangelnde Routine seiner Kicker in Situationen wie dieser aus. "Sehr viele Spieler waren bei uns noch nie Meister. Deshalb gehen wir sehr vorsichtig mit dieser Thematik um." Die Leistung im Burgenland und dem damit verbundenen höchsten Auswärtssieg der Austria seit Februar 2011 (4:0 gegen LASK) bezeichnete der Wiener aber als "beeindruckend".

Mangelnde Routine, die die Austria bisher gekonnt verbirgt. Nicht so die Salzburger Konkurrenz. Heribert Weber, Experte beim TV-Sender Sky, ordnet die Probleme ein: "Eine junge Mannschaft, die in Stresssituationen immer sehr hektisch reagiert. Sie versuchen dann nicht mehr zu kombinieren, sondern mit Dribblings zum Erfolg zu kommen. In so einer Mannschaft will dann jeder das Spiel entscheiden und egoistisch nur seinen eigenen Weg gehen."

Vier im Teamcamp

Die violetten Teamkicker Heinz Lindner, Markus Suttner, Philipp Hosiner und Manuel Ortlechner sind am Sonntagabend ins ÖFB-Camp eingerückt. James Holland brach in seine Heimat auf, der Australier steht im Kader für das WM-Qualifikationsspiel gegen Oman am 26. März in Sydney. Der Rest der Truppe bekam drei Tage frei, am Donnerstag startet dann die Vorbereitung auf die Salzburg-Partie. 

Zuvor lässt sich Ortlechner aber doch noch zu einem Ausblick hinreißen: "Ich bin ja auch kein Realitätsverweigerer. Wenn wir weiter so konzentriert bleiben, dann schaut es gut aus." (red/APA; derStandard.at; 18.3.2013)

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