Europas Leitbörsen landen deutlich im Minus

18. März 2013, 18:40
posten

Zypern-Nachrichten trüben Stimmung an den Märkten

Frankfurt am Main - Die europäischen Aktienmärkte haben am Montag unter dem Einfluss aufkeimender Unsicherheiten aufgrund der Lage in Zypern einheitlich im Minus geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 20,25 Einheiten oder 0,74 Prozent auf 2.705,47 Zähler.

Am Wochenende hatten sich die Euro-Finanzminister auf eine Lösung für Zypern geeinigt. Dabei sollen die Staatshilfen der EU nur ausgezahlt werden, wenn die Kontoinhaber bei zypriotischen Banken einen Teil des Hilfspakets mit finanzieren. Eine einmalige Abgabe zwischen drei und 12,5 Prozent ist angedacht. Ursprünglich war am heutigen Handelstag eine Abstimmung im Parlament des Euro-Krisenlandes Zypern über die Zustimmung zu den vorhergesehenen Maßnahmen geplant, welche allerdings auf den morgigen Dienstag verschoben wurde. Die Unsicherheit über eine mögliche Ablehnung durch das Parlament prägten das Geschehen an den Märkten, hieß es aus dem Handel.

Neben der morgigen Abstimmung wird aus Übersee die Zinsentscheidung des Federal Open Market Committee (FOMC) am Mittwoch und die dazugehörige Pressekonferenz des Fed-Chefs Ben Bernanke mit Spannung erwartet.

Bei einem europäischen Branchenvergleich ging der Banken-Branchenindex mit einem Minus von 2,55 Prozent als klare Verlierer des heutigen Handelstages hervor. Die Versicherungsindustrie musste mit minus 1,56 Prozent die zweitgrößten Verluste hinnehmen. Die Lebensmittelindustrie konnte sich den gesamten Handelstag über an der Spitze des Vergleichs halten und ging mit einem Plus von 0,80 Prozent aus dem Handel.

Bei den Einzelwerten waren dementsprechende Bank- und Versicherungstitel unter den größten Verlierern zu finden. Am untere Ende der Kursliste des Euro-Stoxx-50 sind die Unicredit-Papiere zu finden. Die Titel des Kreditinstituts verloren 3,60 Prozent nach einer Kursziel- Herabsetzung von Standard & Poor's und gingen auf 3,69 Euro aus dem Handel. Auf den Plätzen zwei und drei der größten Tagesverlierer folgten ING mit einem Verlust von 3,46 Prozent auf 6,194 Euro und die Titel der Societe Generale mit einem Minus von 3,34 Prozent auf 28,975 Euro.

Versicherungswerte mussten am heutigen Handelstag ebenfalls deutliche Abschläge hinnehmen. Generali fielen 1,78 Prozent und gingen bei 12,71 Euro aus dem Handel. Allianz und AXA folgten bei den Versicherungen als größte Verlierer mit Abschlägen von 1,74 bzw. 1,45 Prozent.

Europas größte Bank HSBC plant laut einem Zeitungsbericht weitere Stellenstreichungen. Nachdem Vorstandschef Stuart Gulliver weitere Einsparungen bereits Anfang März ankündigte, berichtete nun ein "Insider" über mögliche weitere Stellenstreichungen von 5.000 bis 10.000 Mitarbeitern. Im vergangenen Jahr wurden bereits 30.000 Stellen eingespart. Die Titel gingen an der Londoner Börse nahezu unverändert mit einem marginalen Zuwachs von 0,01 Prozent auf 720,20 Pence aus dem Handel.

Die Titel des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS verdrängten heute den Handyhersteller Nokia aus dem Euro-Stoxx-50. Das EADS-Tochterunternehmen Airbus konnte am heutigen Tag den größten Einzelauftrag der Unternehmensgeschichte bekannt geben. Die indonesische Fluglinie Lion Air bestellte 234 Maschinen der A320-Familie zu einem Listenpreis von 18,5 Mrd. Euro. EADS-Papiere sanken 1,26 Prozent auf 42,05 Euro.

Die Aktien des aus dem Euro-Stoxx-50 ausgeschiedenen finnischen Handyherstellers Nokia schlossen unverändert bei 2,58 Euro. (APA, 18.3.2013)

Share if you care.