Chinas Waffenexporte steigen explosionsartig

18. März 2013, 07:22
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Vor China lagen nur noch die USA, Russland, Deutschland und Frankreich

Stockholm/Peking - China spielt auch beim weltweiten Waffenhandel zunehmend eine Spitzenrolle. Wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI am Montag mitteilte, konnte sich das Land zwischen 2008 und 2012 erstmals unter den fünf wichtigsten Exporteuren von Rüstungsgütern platzieren. Vor China lagen nur noch die USA, Russland, Deutschland und Frankreich.

Steigerung der Verkäufe

Peking hat seine Rüstungsverkäufe in andere Länder in diesem Zeitraum gegenüber 2003 bis 2007 um 162 Prozent gesteigert und auch seinen Weltmarktanteil von zwei auf fünf Prozent mehr als verdoppelt. Allerdings blieb der Abstand zu den weiter klar dominierenden USA mit 30 Prozent Weltmarktanteil und Russland (26 Prozent) immer noch deutlich.

Waffenhandel nimmt zu

Weltweit stieg der Waffenhandel um 17 Prozent. Während die europäischen Länder im Gefolge von Sparprogrammen 20 Prozent weniger Rüstungsgüter geliefert bekamen, standen asiatische Länder (mit Ozeanien) für einen Rekordanteil von 47 Prozent aller importierten Waffensysteme.

Bestellungen aus Pakistan

Zur explosionsartigen Anstieg der chinesischen Rüstungsexporte sagte der SIPRI-Experte Mark Bromley: "Bedingt ist er vor allem durch gewaltige Bestellungen aus Pakistan." Dieser Abnehmer war zwischen 2008 und 2012 zusammen mit Südkorea drittgrößter Waffenimporteur der Welt mit einem Anteil von fünf Prozent. Mehr Rüstungsgüter führten nur China selbst mit sechs Prozent sowie das auf dieser SIPRI-Liste souverän führende Indien mit zwölf Prozent ein.

Deutschland belegte nach den SIPRI-Angaben den dritten Platz auf der Liste der Waffenexporteure mit einem Marktanteil von sieben Prozent. Wichtigster Abnehmer deutscher Rüstungsgüter war in den letzten fünf Jahren ausgerechnet das gegen den drohendem Staatsbankrott kämpfende Griechenland, gefolgt von Südkorea und der Türkei. Die deutschen Ausfuhren gingen gegenüber den vorausgegangenen Jahren nach dem Abschluss umfangreicher Lieferungen von Kriegsschiffen um acht Prozent zurück.

UN-Konferent zu Waffenabkommen beginnt

Die Vereinten Nationen unternehmen ab Montag in New York einen neuen Versuch zur Einigung auf ein globales Waffenhandelsabkommen. Vertreter der 193 UN-Mitgliedstaaten haben elf Tage Zeit, um über die weltweit verbindlichen Regeln zu beraten, nachdem Verhandlungen über ein solches Abkommen im Juli gescheitert waren. Mit einem Kontrollvertrag sollen alle Länder verpflichtet werden zu prüfen, ob mit den gelieferten Waffen Menschenrechtsverletzungen begangen werden könnten.

Zwar räumen die meisten Länder die Notwendigkeit transparenter Regeln ein, viele Staaten wollen jedoch Ausnahmen durchsetzen. So wollen die USA unter anderem nicht, dass der Vertrag auch den Handel mit Munition regelt. China sieht seine Geschäfte mit leichten Waffen in Gefahr. (APA, 18.3.2013)

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    Chinesische Kampfjets bei einer Flugschau in Zhuhai.

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