Schlierenzauer und Zyla feiern ex-aequo Sieg

17. März 2013, 17:29
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Holmenkollen: 9. Saisonsieg, und 49. Weltcupsieg für Tiroler - Loitzl Sechster, ÖSV Team verteidigt Nationencup-Führung

Gregor Schlierenzauer hat am Sonntag ausgerechnet auf dem traditionsreichen Holmenkollen in Oslo, wo er sich vor zwei Jahren auch zum Großschanzen-Weltmeister gekürt hatte, seinen neunten Weltcup-Saisonsieg bzw. insgesamt 49. Erfolg geholt. Der 23-jährige Tiroler musste sich den Siegeslorbeer überraschend mit dem Polen Piotr Zyla teilen, der 26-Jährige landete überhaupt erstmals auf dem Podest. Rang drei ging an Halbzeitleader Robert Kranjec (SLO).

Die Herren gingen bei teilweise doch stark wechselndem Wind über den Bakken. Schlierenzauer startete mit 8,5 Punkten Rückstand auf Kranjec als Vierter in das Finale. Manuel Fettner und Stefan Kraft verpassten dieses, dafür bot Wolfgang Loitzl als Gesamtsechster neuerlich eine überzeugende Leistung.

Schlierenzauer landete nach den 134,5 m vom ersten Sprung im zweiten Versuch sogar noch einen halben Meter weiter und sorgte damit für die Höchstweite im zweiten Durchgang. Zyla erhielt für 135,5 bzw. 133,5 m exakt die gleiche Gesamtnote von 270,1 Punkten, 3,3 Zähler dahinter wurde Kranjec Dritter. Die weiteren Österreicher im Finale waren Martin Koch als 17. bzw. Andreas Kofler als 28.

Mit diesem Ergebnis hat die Truppe von Cheftrainer Alexander Pointner auch die Führung im Nationencup behauptet: Mit 5.096 Punkten und einem Vorsprung von 46 Zählern gehen Schlierenzauer und Co. in das Weltcupfinale, wo am Freitag und Sonntag noch zwei Skiflug-Einzel-Konkurrenzen sowie am Samstag der für den Nationencup wohl entscheidende Teambewerb in Szene gehen.

Für Schlierenzauer bedeutete der erste Sieg nach einer kleinen "Schaffenspause" wohl die nötige Portion Selbstvertrauen im Kampf um die kleine Kristallkugel des Skiflug-Weltcups, in dem er ja auch führt. Erstmals seit 3. Februar, als Schlierenzauer mit einem "Doppelschlag" in Harrachov den Weltcuprekord von Matti Nykänen (46 Siege) endgültig ausradiert hatte, hat der Stubaier wieder zugeschlagen. Nun könnte er die 50er-Marke in Planica auch noch in dieser für ihn schon so erfolgreichen Saison knacken.

"Spitzensport ist sensibel"

"Dass es so gewaltig aufgeht, und das am Holmenkollen, ist schon unglaublich. Es ist gewaltig, in Oslo am Holmenkollen zu springen. Die Leute haben einen nordischen Spirit. Es ist schon lässig, wenn man oben stehen darf und die Aussicht genießen darf über Oslo und vor knapp 20.000 Zuschauern herunterspringt," zeigte sich Schlierenzauer glücklich.

Dass es für ihn nun grundsätzlich wieder besser gelaufen ist, führte der Tiroler auf Kleinigkeiten zurück. "Spitzensport ist sehr sensibel und Skispringen generell. Wenn gewisse Dinge nicht zusammenlaufen, ist man gleich 15., die Dichte ist enorm groß", sagte der 24-Jährige. "Da muss man immer seine sieben Sachen beinander haben. Ich habe versucht, es mit den Trainern zu analysieren."

Dem ÖSV-Star wurde zudem für seine Erfolge der vergangenen Jahren die Holmenkollen-Medaille verliehen, dies ist die höchste Auszeichnung im nordischen Sport Norwegens. Davor hatten sie auch seine Landsleute Armin Kogler, Ernst Vettori und Felix Gottwald erhalten. Nun geht es für Schlierenzauer noch zum Skifliegen nach Planica. "Planica ist immer speziell am Schluss. Es geht ja schließlich noch um eine Kugel im Weltcup. Da werde ich alles daransetzen, die zu holen." (APA, 17.3.2013)

Ergebnis:

Großschanze am Holmenkollen

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Gregor Schlierenzauer springt auch am Saisonende noch weit.

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