Hunderte erinnern in Halabja an Giftgasangriff

16. März 2013, 11:48
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Truppen von Saddam Hussein bombardierten Ort im März 1988 - Regionalregierung Kurdistan-Irak fordert "breitere internationale Anerkennung der Verbrechen als Genozid"

Halabja/Wien - Mehrere hundert Menschen haben am Samstag in Halabja in der autonomen Kurdenregion im Nordosten des Irak an den Giftgasangriff auf den Ort vor 25 Jahren erinnert. Vor der Gedenkstätte für die Opfer des Angriffs vom 16. März 1988 hielten sie kurdische Flaggen und Bilder der Opfer in die Höhe. Auf an die Menge verteilten Handzetteln wurde dazu aufgerufen, "von der Wut zum Verzeihen" überzugehen.

Halabja war 1988 gegen Ende des Krieges zwischen dem Irak und dem Iran von kurdischen Peshmergas erobert worden. Die irakische Armee nahm die kleine Stadt an der Grenze zum Iran daraufhin unter Beschuss. Die kurdischen Kämpfer zogen sich in die Hügel der Umgebung zurück, während Frauen und Kinder in dem Ort blieben. Am 16. März warf die Luftwaffe des damaligen Machthabers Saddam Hussein unter anderem mit Sarin gefüllte Bomben auf den Ort ab und tötete etwa 5.000 Menschen. Der Angriff gilt als schlimmster Giftgasangriff gegen eine Zivilbevölkerung in der Geschichte. Viele Überlebende leiden noch heute unter den Folgen.

"Die internationale Aufarbeitung des Genozids an der kurdischen Bevölkerung ist bis heute nicht abgeschlossen", schreibt die "Vertretung der Regionalregierung Kurdistan-Irak in Österreich" in einer Aussendung am Samstag. "Eine breitere internationale Anerkennung der Verbrechen als Genozid, etwa durch die Vereinten Nationen oder die Europäische Union, könnte die Opfer und Hinterbliebenen dabei unterstützen, mit diesem dunklen Kapitel der kurdischen Geschichte abzuschließen", heißt es weiter.

Um der Opfer von Halabja zu gedenken und die "Relevanz einer breiteren internationalen Anerkennung der Verbrechen als Völkermord" zu diskutieren, seien Betroffene, internationale Politiker, Experten und Journalisten - unter anderem mit österreichischer Beteiligung - zur "Kurdish Genocide Conference" von Donnerstag bis Samstag in Erbil (Arbil) zusammengetroffen. (APA, 16.3.2013)

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