Vatikan weist Vorwürfe gegen Franziskus zurück

15. März 2013, 21:50
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Vatikan/Buenos Aires - Der Vatikan hat Vorwürfe gegen Papst Franziskus wegen seiner Rolle während der argentinischen Militärdiktatur zurückgewiesen. Es habe niemals glaubwürdige Anschuldigungen gegen Jorge Maria Bergoglio gegeben, es handle sich um eine Kampagne "linker antiklerikaler Elemente, um die Kirche anzugreifen", sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Freitag. Bergoglio soll während der Militärdiktatur 1976-1983 als Jesuiten-Provinzial in die Entführung von zwei Ordensbrüdern verwickelt gewesen sein, die später wieder freigelassen wurden. Er selbst hat dies stets bestritten.

Der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel, der während der Diktatur verhaftet und gefoltert worden war, sagte am Donnerstag in Buenos Aires: "Es gab Bischöfe, die Komplizen der Diktatur waren, aber Bergoglio nicht." Auch der deutsch-ungarische Jesuit, der in den 1970ern von Bergoglio verraten worden sein soll, hat sich in einem Statement auf der Website seines Ordens zur Rolle Bergoglios während der Militärdiktatur in Argentien geäußert. "Ich kann keine Stellung zur Rolle von P. Bergoglio in diesen Vorgängen nehmen," so Pater Franz Jalics. Erst Jahre nach seiner Freilassung habe er Bergoglio wieder getroffen, man habe eine gemeinsame Messe gefeiert und sich umarmt: "Ich bin mit den Geschehnissen versöhnt und betrachte sie meinerseits als abgeschlossen."

Papst Franziskus bekräftigte am Freitag im Vatikan vor den versammelten Kardinälen seinen Willen, auf der ganzen Welt das Evangelium zu verkünden. Die Kirche müsse Jesus Christus zu den Menschen bringen und die Menschen zu Jesus Christus. Laut Corriere della Sera soll Bergoglio beim Konklave im fünften Wahlgang 90 von 115 Stimmen erhalten haben. (APA/red, derStandard.at, 16./17.3.2013)

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