Weitere HIV-Infizierte nach Therapieende "gesund" geblieben

16. März 2013, 16:01
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Französische Mediziner berichten von 14 Infizierten, die das Virus seit Jahren unter Kontrolle haben

Washington/Paris - Einige wenige HIV-infizierte Menschen haben auch Jahre nach dem Ende einer Therapie das Virus noch immer im Griff. Forscher veröffentlichten im US-Fachmagazin "PLoS Pathogens" neue Erkenntnisse über 14 HIV-Positive in Frankreich, die seit Jahren von Wissenschaftern begleitet werden. Die Studie erschien wenige Wochen, nachdem US-Mediziner erklärt hatten, erstmals ein bei der Geburt mit dem HI-Virus infiziertes Baby praktisch geheilt zu haben (wir berichteten).

Einige der 14 Patienten aus der Studie, die im Zeitraum von zehn Wochen nach der Infektion mit einer antiretroviralen Therapie begannen, hatten auch siebeneinhalb Jahre nach Ende der Medikamenteneinnahme das Virus unter Kontrolle. Sie hatten zuvor rund drei Jahre lang die Medikamente genommen, die eine Vermehrung des Virus hemmen. Das HI-Virus war zwar nicht vollkommen verschwunden, die Anzahl der Viren war aber so gering, dass der Körper sie im Griff hatte. Bei den meisten HIV-Infizierten hingegen vermehrt sich das Virus nach Abbruch der antiretroviralen Therapie schnell wieder, was letztlich zum Ausbruch der Immunschwächekrankheit Aids führt.

Keine natürliche Immunität

Es gibt auch Menschen mit einer sogenannten natürlichen Immunität, die das Virus ohne jede medizinische Hilfe abwehren können. Dies ist aber sehr selten und bei weniger als einem Prozent der Menschen der Fall. Bei den 14 HIV-Positiven in Frankreich handelt es sich nach Angaben der Forscher nicht um Menschen mit einer solchen natürlichen Immunität: Sie haben demnach ein anderes genetisches Profil und eine andere Immunreaktion.

Warum die HIV-Positiven das Virus auch nach Ende der Einnahme der Medikamente im Griff hatten, ist bisher noch unklar. Die Erkenntnisse zeigen aber nach Einschätzung der Forscher, was eine kurz nach einer Infektion einsetzende antiretrovirale Therapie bewirken kann. Wissenschafter hoffen auch auf Erkenntnisse für die Entwicklung neuer Medikamente oder gar eines Impfstoffes. (APA/red, derStandard.at, 16. 3. 2013)

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