Justiz will Verfahren gegen Elsner einstellen

15. März 2013, 17:50
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Wien – Helmut Elsner, Ex-Chef der Bawag, dürfte demnächst noch eine Sorge weniger haben. Die Staatsanwaltschaft Wien will die Ermittlungen gegen Elsner in der Causa Refco einstellen. Einen entsprechenden Vorhabensbericht hat die zuständige Staatsanwältin erstellt – er liegt im Justizministerium, das ihn absegnen muss.

Elsner wurde in der Causa Bawag I bereits zur Höchststrafe (zehn Jahre) verurteilt; der herzkranke Ex-Banker muss den offenen Teil dieser Strafe mangels Hafttauglichkeit aber nicht mehr absitzen. Die Ermittlungen gegen die übrigen Refco-Beschuldigten gehen weiter.

In der Sache geht es um den sogenannten Blitzkredit von rund 350 Mio. Euro, den die Bawag im Oktober 2005 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion an ihr US-Brokerhaus Refco überwiesen hat. Chef der Bank war damals Johann Zwettler gewesen. Stunden nach der Überweisung war Refco, an der die Bawag bis 2004 beteiligt war, pleite. Refco-Chef Phillip Bennett sitzt eine 16-jährige Gefängnisstrafe in New Jersey wegen Bilanzbetrugs ab. Das Refco-Debakel war damals Auslöser fürs Auffliegen der Spekulationsverluste der Bawag mit "Investor" Wolfgang Flöttl gewesen.

Vor einer etwaigen Refco-Anklage (von der in der Justiz aber kaum wer ausgeht) stünde noch die Causa Stiefelkönig auf dem Terminplan. Da geht es um Hypothekennachlässe für die Exeigner von Stiefelkönig, das Verfahren läuft seit Jahren. Allerdings: Das Gutachten, das Thomas Keppert erstellt, ist noch nicht fertig. (gra, DER STANDARD, 16.3.3013)

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