Nach Therapie-Ende: HI-Virenanzahl trotzdem nicht gestiegen

15. März 2013, 16:55
posten

Bei einzelnen Patienten ist das HI-Virus sieben Jahre nach Beendigung der Therapie zwar nicht vollkommen verschwunden, doch die Anzahl der Viren so gering, dass sie der Körper in Schach halten kann

Washington/Paris - Manche HIV-infizierte Menschen haben auch Jahre nach dem Ende einer Therapie das Virus im Griff. Darüber berichten Forscher im US-Fachmagazin "PLoS Pathogens". Die Ergebnisse stützen sich auf Daten von 14 HIV-Betroffenen in Frankreich, die seit Jahren von den Wissenschaftlern begleitet wurden.

Einige der 14 Patienten aus der Studie, die im Zeitraum von zehn Wochen nach der Infektion mit einer antiretroviralen Therapie begannen, hatten auch siebeneinhalb Jahre nach Ende der Medikamenteneinnahme das Virus unter Kontrolle. Zuvor nahmen sie rund drei Jahre lang Medikamente, die eine Vermehrung des Virus hemmen. Das HI-Virus ist zwar nicht vollkommen verschwunden, die Anzahl der Viren aber so gering, dass sie der Körper in Schach halten kann.

Natürliche Immunität sehr selten

Bei den meisten HIV-Infizierten vermehrt sich das Virus bei Abbruch der antiretroviralen Therapie schnell wieder, was letztlich zum Ausbruch der Immunschwächekrankheit Aids führt. Es gibt auch Menschen mit einer sogenannten natürlichen Immunität, die das Virus ohne medizinische Hilfe abwehren können. Dies ist aber sehr selten und bei weniger als einem Prozent der Infizierten der Fall, so die Forscher.

Bei den 14 HIV-Positiven in Frankreich handelt es sich nach Angaben der Wissenschaftler nicht um Menschen mit einer solchen natürlichen Immunität. Warum sich das Virus auch nach Ende der Einnahme der Medikamente nicht vermehrt hat, ist bisher noch unklar. Die Mediziner führen dies darauf zurück, dass relativ rasch nach der Infektion mit der antiretroviralen Therapie begonnen wurde. (APA/red, derStandard.at, 15.3.2013)

Share if you care.