Kleiner Engländer erblickt im Zug das Licht der Welt

15. März 2013, 12:40
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Engländerin brachte ihr Kind im vollen Pendlerzug zur Welt - Bei einer Oberösterreicherin setzten die Wehen elf Wochen zu früh im Zug nach Berlin ein

Einen recht holprigen Start ins Leben hat der kleine Emil Joseph aus Oberösterreich hingelegt: Als seine Mutter in der 29. Schwangerschaftswoche mit Freundinnen einen Kurzurlaub nach Berlin unternahm, wollte das Baby nicht mehr länger warten. Der letzte Urlaub vor der Entbindung endete wesentlich früher als geplant, denn bereits auf der Hinreise setzten im Zug die Wehen ein, wie der ÖAMTC am Donnerstag mitteilte.

Ein zufällig anwesender Gynäkologe leistete Erste Hilfe. Am Bahnhof Berlin Südkreuz legte der Zug einen Notaufenthalt ein und die 28-jährige Frau wurde von einem Krankenwagen abgeholt. Im Berliner Krankenhaus St. Joseph halfen die Ärzte Emil per Kaiserschnitt auf die Welt. Das Frühchen brachte bei einer Größe von 40 Zentimetern nur 1.235 Gramm auf die Waage.

Bub kam in einen Inkubator

Weil sich das Baby seither aber sehr gut entwickelt hat, wurden Mutter und Kind am Mittwoch nach Oberösterreich ins Krankenhaus Ried überstellt. Die Heimreise erfolgte in einem Ambulanzflugzeug, der Bub wurde in einem Inkubator transportiert. Ein Neonatologe überwachte den Kleinen. Die Kosten für die Rückholung von rund 7.000 Euro werden vom ÖAMTC übernommen.

"Gute Entschuldigung für Verspätung

Erst letzte Woche hatte eine 22-jährige Frau in England ihr Baby mitten in einem Pendlerzug zur Welt gebracht. Die junge Mutter war gerade am Heimweg, als die Wehen einsetzten. Zufällig waren eine Hebamme, eine Krankenschwester und ein Polizist mit an Bord. Nach nur 30 Minuten erblickte die 3.090 Gramm schwere Phoebe das Licht der Welt. Mutter und Baby bekamen stürmischen Applaus, als der Rettungsdienst sie schließlich aus dem Zug transportierte.

"In meinen 41 Jahren Dienstzeit habe ich so etwas noch nicht erlebt", sagte ein Zugbegleiter. "Wir hatten alles hier, was wir brauchten. Es fehlte nur noch ein Vikar, um das Kind zu taufen." Ein Passagier schrieb später auf Twitter: "Das ist das erste Mal, dass Southeastern eine gute Entschuldigung für einen verspäteten Zug hat." (APA/red, derStandard.at, 15.3.2013)

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    Hinweisschild in den Wiener Linien.

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