Aus der Klarheit kommt die Kraft

15. März 2013, 10:04
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Choreograf Saburo Teshigawara kommt mit seinem Klassiker "Dah-Dah-Sko-Dah-Dah" ins Tanzquartier Wien

Saburo Teshigawara (60) ist einer der renommiertesten japanischen Choreografen. Und einer der eigenwilligsten überhaupt. Nun kommt er mit seinem neu bearbeiteten Klassiker von 1991 "Dah-Dah-Sko-Dah-Dah" ins Tanzquartier Wien. Der Titel bezieht sich nicht etwa auf die Kunstrichtung des Dadaismus, sondern auf die traditionelle Perkussion Kenbai Taiko und deren markante Trommelklänge. Teshigawara war bereits 2009 mit Obsession - Un chien A im Tanzquartier zu Gast. Und davor 1998 beim Festival Impulstanz mit I Was Real - Documents. Der in Tokio geborene Künstler bekennt sich zu seiner Besessenheit vom menschlichen Körper: "Er ist es, womit alles beginnt." Teshigawaras Arbeit gründet auf einem Bildhauerei-Studium und einer Ausbildung in klassischem Ballett. Anfang der 1980er lehnte sich der Choreograf gegen den herrschenden Mangel an künstlerischer Freiheit im Tanz auf. Damals hatte er sich bereits ein progressives, vom Ballett emanzipiertes Formenvokabular zugelegt. 1981 entstanden erste Soloarbeiten. Vier Jahre später gründete er zusammen mit seiner Künstlerkollegin Kei Miyata die Company Karas ("Rabe"). Seine Methoden beeinflussten zahlreiche jüngere Choreografen, darunter etwa Emio Greco, der auch eine Zeitlang bei Karas getanzt hat.

In einem Grundsatzpapier von Karas heißt es: "Im Tanz gibt es keine Ideale. Er kann einfach und dann wieder äußerst komplex sein. Nur Klarheit ist wichtig, denn aus ihr entwickelt sich Kraft." Elemente aus bildender Kunst, Musik, Literatur und Tanz bilden bei Teshigawaras Werk stets neue Symbiosen. (ploe, DER STANDARD, 15.3.2013)

15., 16.3., TQW / Halle E, 20.30

www.tqw.at

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