Ehrlich-Preise für Brustkrebs-Genetikerin King und Hirnforscher

14. März 2013, 19:59
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67-Jährige auch für humanitäres Engagement ausgezeichnet

Frankfurt am Main/Washington - Die amerikanische Genetikerin Mary-Claire King (67) erhielt den mit 100.000 Euro dotierten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2013. Die 67 Jahre alte Professorin der Universität Washington habe als Erste gezeigt, dass es eine genetische Veranlagung für Brustkrebs gebe. "Dieser Nachweis hat die Sicht auf die Genetik komplexer Volkskrankheiten radikal verändert", begründete die Paul-Ehrlich-Stiftung am Donnerstagmittag in Frankfurt ihre Entscheidung.

Der mit 60.000 Euro dotierte Nachwuchspreis geht an den in Berlin tätigen britischen Hirnforscher James Poulet. Die Ehrungen zählen zu den wichtigsten Auszeichnungen für Mediziner in Deutschland. Sie sollten später am Donnerstag in der Frankfurter Paulskirche überreicht werden.

King sei eine der bedeutendsten Genetikerinnen der Welt nicht nur für Krebs, sondern auch für die Gerichtsmedizin, teilte die Stiftung mit. Sie genieße auch hohes Ansehen wegen ihres humanitären Engagements: So nutze sie seit Jahrzehnten genetische Methoden, um Menschenrechtsverletzungen aufzudecken. In Argentinien führe sie zwangsentführte Kinder mit ihren biologischen Familien zusammen. Für das UN-Kriegsverbrechertribunal identifiziere sie Terroropfer. "Sie macht damit deutlich, dass Genetik auch der Mitmenschlichkeit dient."

Neuronalen Grundlagen des Verhaltens

Nachwuchspreisträger Poulet (37) wurde ausgezeichnet, "weil seine Forschung dazu beiträgt, die neuronalen Grundlagen des Verhaltens zu verstehen". Sinneseindrücke führten zu unwillkürlichem Verhalten: Man sieht etwas und greift zu, riecht und rümpft die Nase. Poulet habe untersucht, was sich bei der Koppelung von Sinneseindrücken und Bewegungsverhalten in der Hirnrinde der Maus abspielt. "Poulets Arbeit ist auch für die Entwicklung künstlicher Gliedmaßen und Prothesen von zentraler Bedeutung." (APA, 14.03.2013)

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