Málaga steht im Viertelfinale und sitzt auf einem Berg

14. März 2013, 18:43
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Wegen hoher Schulden und Verstößen gegen das "Financial Fairplay" wurde der FC Málaga für die nächste Saison im Europacup gesperrt. In dieser Saison sind die Andalusier die Sensation der Champions League

Málaga - Zorro war entzückt. Als der frühere Bayern-Star Roque Santa Cruz die Sensation des FC Málaga perfekt gemacht hatte, riss es Hollywood-Schauspieler Antonio Banderas im Jubelsturm fast seine Baseballmütze vom Kopf. "Wir haben jahrelang gelitten. Das ist ein fantastischer Moment für das Team und die vielen Fans", sagte der gebürtige Andalusier, der auf der Tribüne des Estadio La Rosaleda mitfieberte.

Der FC Málaga ist das Überraschungsteam der Champions League. Gleich in seiner ersten Saison in der Königsklasse schaffte der spanische Erstligist den Sprung ins Viertelfinale, das ist noch keinem Debütanten gelungen. Das 2:0 gegen den FC Porto (Hinspiel 0:1) begeisterte nicht nur Banderas. "Habemus Málaga. Ein historischer 13. März für Millionen von Katholiken weltweit sowie für tausende Málaga-Fans", schrieb die spanische Zeitung El Mundo Deportivo am Tag nach dem Triumph und der Papst-Wahl. Málagas Trainer Manuel Pellegrini war vor allem von der Mentalität seines Teams beeindruckt. Es habe gespielt, als könne "jeder Ball über Sieg oder Niederlage entscheiden".

Doch in den kollektiven Jubel mischte sich auch ein wenig Frust. Denn die erste, so erfolgreiche Champions-League-Saison bleibt wohl die vorerst letzte. Im kommenden Jahr darf der Verein wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay und einer von der Uefa verhängten Sperre nicht im Europacup antreten. Banderas hofft aber, dass der Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) "Gerechtigkeit bringen" und das " übermäßig harte Urteil" aufgehoben wird.

Málaga war in die Bredouille geraten, nachdem der katarische Besitzer Scheich Abdullah Bin Nasser Al Thani vor Saisonbeginn den Geldhahn zugedreht hatte. Nach seiner Übernahme im Jahre 2010 hatte er Spieler wie Martin Demichelis, früher bei Bayern München, oder Ex-HSV-Star Ruud van Nistelrooy mit viel Geld gelockt, nun ließ er den Klub auf einem Schuldenberg sitzen. Im Jänner kündigte Málaga zwar eine bevorstehende Einigung mit den spanischen Finanzbehörden über ausstehende Zahlungen an. Es sind aber noch Gehaltsnachzahlungen in Millionenhöhe offen, auch bei anderen Klubs stehen die Andalusier in der Kreide.

Für Lichtblicke in der Krise sorgt immer wieder der umworbene spanische Nationalspieler Francisco Isco. Erst verlängerte das 20-jährige Talent Anfang des Jahres bis 2016, nun erzielte es die Führung für die Spanier gegen die Portugiesen (43.). Nach dem Platzverweis für Portos Steven Defour lieferte Isco noch die Vorlage zu Santa Cruz' Tor in der 77. Minute. Auch Zorro hätte nicht präziser arbeiten können. (sid, red, DER STANDARD, 15.03.2013)

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    Málagas Star Isco (rechts) wird nach seinem Treffer gegen Porto von seinen Kollegen bedrängt.

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