Bundestheater: Schwarze Null

14. März 2013, 20:16
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Georg Springer hat nahezu alle Rücklagen aufgebraucht

Wien - Georg Springer, Geschäftsführer der Bundestheaterholding, meinte bei seiner Jahrespressekonferenz am Donnerstag, dass man auf Reserve fahre. Und eine Tankstelle sei leider nicht in Sicht.

Macht nichts, könnte man antworten, es geht ohnedies abwärts: Die Einnahmen aus dem Sponsoring sind seit der Saison 2008/09 um fast 30 Prozent zurückgegangen (schuld ist Frank Stronach, der ein anderes Betätigungsfeld fand); das Stammkapital des Burgtheaters musste um 3,65 Millionen herabgesetzt werden; die Volksoper schloss die Saison 2011/12 mit einem Fehlbetrag von 1,21 Millionen Euro ab, die Staatsoper hatte sogar ein Minus von 5,19 Millionen zu verbuchen.

Aber irgendwie geht es sich dann doch immer aus, auch diesmal: Dank der Gewinne, die Art for Art, die Werkstätten- und Service-GmbH, machte, und der Auflösung nahezu aller Rücklagen erzielte der Konzert eine schwarze Null. Eine solche erwartet Springer auch für die laufende Saison. Denn den Bundestheatern wurde als Ergänzung zur Basisabgeltung (144,4 Millionen Euro) eine Einmalzahlung in der Höhe von 4,5 Millionen Euro zugestanden. Zudem lägen die Einnahmen der Bühnengesellschaften derzeit weit über den Erwartungen.

Doch immer auf Reserve zu fahren, das strapaziere die Nerven: Springer forderte einen vollen Tank (also eine Anhebung der Basisabgeltung um zehn Millionen Euro und die jährliche Abgeltung der Bezugserhöhungen). Schließlich könne man mit vielen Erfolgszahlen aufwarten: Die Staatsoper kam auf eine Sitzplatzauslastung von 98,14 Prozent (fast so toll wie in der Saison 2010/11 mit 98,33 Prozent), in der laufenden Saison liegt man sogar bei unglaublichen 99,19 Prozent.

Das Burgtheater konnte die Auslastung von 84,57 Prozent auf rekordverdächtige 88,46 schrauben, derzeit halte man bei 86 Prozent. Die Volksoper, die Robert Meyer 2007/08 auf 85,77 Prozent katapultiert hatte, setzte ihren Abwärtstrend fort: Die Saison 2011/12 beendete sie mit 80,48 Prozent, derzeit laufe es aber wieder besser (83,39 Prozent). Der Eigendeckungsgrad der Staatsoper beträgt stabile 42 Prozent, Burg und Volksoper konnten sich auf 22 bzw. 25 Prozent steigern. (Thomas Trenkler, DER STANDARD, 15.3.2013)

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