Sportareal Schönbrunn: Volksanwältin rügt Sportstadt Wien

14. März 2013, 20:15
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Nachspiel zur Schließung des Areals: Den jungen Sportlern soll, anders als versprochen, keine gleichwertige Sportstätte zur Verfügung gestellt worden sein

Wien - Das Ambiente des Sportareals konnte sich sehen lassen: Direkt gegenüber von Schloss Schönbrunn wurde bis zum vergangenen Sommer noch fleißig gekickt, gelaufen, Rugby und Basketball gespielt oder auch in einer Halle geturnt. Am 31. August 2012 ist das Unionssportzentrum, das auch viele Kinder und Jugendliche genützt haben, jedoch aufgelassen worden.

Die Union als Betreiber des baufälligen Sportareals konnte sich mit der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. (SKB) auf eine Aufgabe des langjährigen Pachtrechts einigen. Damit ersparte sich einerseits die Union hohe Sanierungsausgaben. Andererseits hat Schönbrunn ein Interesse daran, für mehr Pkw- und Busparkplätze nahe des Schlosses zu sorgen. " Diesbezüglich hat es vor ein paar Tagen Gespräche im Rathaus gegeben", bestätigt Gerhard Drucker, stellvertretender Geschäftsführer der SKB, dem STANDARD.

Bürgerinitiative machte mobil

Gegen die Schließung des Sportgeländes samt Kunstturnhalle machte erfolglos eine Bürgerinitiative mobil, die sich über mangelnde Alternativen für Kinder und Jugendliche alterierte. Anfang März hat die Volksanwaltschaft die Beschwerde "als begründet anerkannt": Die Schließung verstoße gegen das Wiener Sportstättenschutzgesetz, zudem weise der Antrag "zahlreiche und schwerwiegende Verfahrensmängel" auf, schrieb Volksanwältin Terezija Stoisits. "Die Anregung werden wir für zukünftige Bescheide aufnehmen. That's it", sagte dazu Sportstadtrat Christian Oxonitsch.

Laut Martina Weinberger von der Bürgerinitiative ist den jungen Sportlern keine gleichwertige Sportstätte im Westen Wiens zur Verfügung gestellt worden. Zwar wurde kurzfristig Platz zwei des Tennisclubs La Ville im 23. Bezirk nahe der Südosttangente zu einem Turnzentrum umfunktioniert. "Aber das Sportgelände ist öffentlich schwer zu erreichen. Und für Nicht-Unionsmitglieder haben sich die Preise fast verdoppelt", sagt Weinberger. Der Wiener Kunstturner Xheni Dyrmishi, immerhin WM- und EM-Starter, ist wie viele Teamkollegen nach Innsbruck übersiedelt - besserer Trainingsbedingungen wegen, wie der Verband bestätigt. (David Krutzler, DER STANDARD, 15.3.2013)

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