EVN steigt aus albanischen Wasserkraftwerken aus

14. März 2013, 17:14
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Die Niederösterreicher verkaufen ihre Devoll-Hydro-Hälfte in Albanien an Co-Eigner Statkraft. Das Projekt mit dem Verbund bleibt

Maria Enzersdorf/Tirana - Der niederösterreichische Energieversorger EVN steigt aus einem Teil seiner Albanien-Projekte aus: Der 50-Prozent-Anteil an der Devoll Hydropower wird an die norwegische Statkraft veräußert, die schon jetzt die andere Hälfte hält und damit zum Alleineigentümer wird. In die Devoll Hydropower hat die EVN bisher rund 475 Mio. Euro investiert, der Rückzug erfolgt nun mit einem negativen Ergebniseffekt nach Steuern von etwa 20 Mio. Euro, dem aber mögliche Entlastungen aus erwarteten verminderten Strompreiserlösen aus dem Projekt gegenüberstünden, erklärte die EVN am Donnerstag. Seine Ashta-Partnerschaft mit dem Verbund hält die EVN in Albanien aufrecht.

Flexibilität gewinnen

Die Abgabe der Hälfte der Devoll Hydropower an Statkraft, auf die sich EVN und die Norweger heute geeinigt haben, steht noch unter Vorbehalt behördlicher Zustimmungen sowie auch einer Ratifizierung des geänderten Konzessionsvertrages durch das albanische Parlament. Bei einem Verkauf würde EVN neben den Strompreiseffekten auch davon profitieren, dass das Erfordernis weiterer Eigenkapitaleinschüsse in die Devoll Hydropower wegfiele, da dieses Vorhaben nicht projektfinanziert ist, wie es heißt. Damit würde die EVN-Gruppe ihre künftige finanzielle Flexibilität erhöhen, wird betont.

Rechtliche Hindernisse

Der bisherige Konzessionsvertrag aus 2009 sah für das Hydropower-Unternehmen die Verpflichtung zur Errichtung und zum Betrieb von Wasserkraftwerken am südostalbanischen Fluss Devoll vor, dem drittlängsten Fluss Albaniens. Die Rede war von drei Anlagen (Banja, Kokel, Moglica) mit 280 MW Gesamtleistung und 800 GWh Jahresstromerzeugung. Beklagt wurden jedoch von der EVN und auch anderen im Land tätigen Stromkonzernen Hindernisse für Investoren beim rechtlichen Rahmen.

Das Laufwasserkraftwerk Ashta I von Verbund und EVN am Fluss Drin im Norden des Landes ist 2012 eröffnet worden. Die binnen 30 Monaten für 215 Mio. Euro errichtete Anlage kann rund 100.000 Haushalte mit Strom versorgen. Heuer soll Ashta II in Betrieb gehen. (APA, 14.3.2013)

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