David Wagner gewinnt mit "Leben" Belletristikpreis

14. März 2013, 17:54
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Sachbuchpreis an Helmut Böttiger, Übersetzerpreis an Eva Hesse

Leipzig - Der Preis der Leipziger Buchmesse hat sich, obwohl es ihn erst seit 2005 gibt, zum Höhepunkt des ersten Messetages entwickelt. Das hängt einerseits mit seiner Dotierung von insgesamt 45.000 Euro zusammen, andererseits garantiert die in gleich drei Kategorien - Belletristik, Sachbuch/Essay und Übersetzung - vergebene Auszeichnung eine entsprechende Breitenwirkung.

Aus 430 Titeln wählte die siebenköpfige Jury (u. a. Daniela Strigl, Hubert Winkels) für jede Sparte fünf Finalisten aus. Am interessantesten nahm sich dabei die Shortlist für Belletristik aus, auf der sich mit der Österreicherin Anna Weidenholzer sowie Lisa Kränzler zwei junge Autorinnen befanden, die es zu entdecken gilt. Dass der Belletristik-Preis dann an David Wagner und Leben, seinen Roman über eine Organtransplantation, ging, hat seine Ordnung. Auch weil der 1971 geborene Autor seit mehr als einem Jahrzehnt mit wenigen, aber gehaltvollen Büchern an einem vielschichtigen Prosawerk arbeitet.

Ebenfalls erfreulich der Übersetzer-Preis für die 88-jährige Eva Hesse. Sie wurde für die Übersetzung von Ezra Pounds Cantos ausgezeichnet. Der (wie die anderen Sparten-Preise) mit 15.000 Euro dotierte Sachbuchpreis ging an Helmut Böttiger und seine literatursoziologische Abhandlung über die Gruppe 47. Eine unverständliche Entscheidung, Götz Alys Euthanasie-Buch und vor allem Wolfgang Streecks Analyse der Krise des " demokratischen Kapitalismus" wären in einer Zeit wie heute ein mutigeres Jury-Zeichen an die Leser gewesen. (steg, DER STANDARD, 14.3.2013)

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