Oppositionsführerin Suu Kyi in Burma ausgebuht

14. März 2013, 15:09
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Dorfbewohner kritisieren fehlende Unterstützung durch 67-Jährige

Rangun - Ungewohnte Situation für Burmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi: Beim Besuch einer Bergwerk-Region im Norden des Landes ist die 67-Jährige am Donnerstag von Dorfbewohnern ausgebuht worden. Diese werfen der Vorsitzenden der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) vor, sie nicht ausreichend in ihrem Kampf gegen eine Kupfermine zu unterstützen. Als Suu Kyi mit ihrem Auto in der Nähe von Monywa an den Menschen vorbeifuhr, wurde sie nach Angaben eines AFP-Reporters teilweise ausgebuht, einige Frauen brachen in Tränen aus.

Kritik von der Bevölkerung ist für Suu Kyi ungewohnt. Die 67-Jährige gilt als Freiheitsikone des Landes. Seit dem Ende der Militärjunta vor zwei Jahren und des gegen sie verhängten Hausarrestes wird die Friedensnobelpreisträgerin bei öffentlichen Auftritten eigentlich immer frenetisch gefeiert.

Verletzte bei Demonstration

In Monywa wollte sie nach eigenen Angaben die Menschen überzeugen, die Arbeit an einer umstrittenen Kupfermine unter bestimmten Bedingungen wieder aufnehmen zu lassen. Bei Protesten gegen die Mine waren im November etwa hundert Menschen von Sicherheitskräften verletzt worden.

"Das Verhältnis zwischen den Dorfbewohnern und Aung San Suu Kyi ist sehr gespannt", sagte der Mönch Nandasarya. "Wir haben sie angeschrien. Sie hat die Demonstranten nur aus ihrem Wagen heraus angesehen." Vor allem, dass die Oppositionsführerin nicht ausstieg, erboste offenbar die Menschen. "Sie ist mit einem Sicherheitsdienst vorbeigefahren wie eine wahre Offizielle", sagte der Mönch. "Das tut uns sehr weh." (APA, 14.3.2013)

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