Bank Austria sieht Frühlingserwachen

14. März 2013, 13:47
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Wirtschaftsfrühling ante portas: Im Februar schaffte es der Konjunkturindikator erstmals seit neun Monaten wieder ins Plus

Wien - Die Bank Austria sieht den Wirtschaftsfrühling langsam näher rücken. Im Februar ist der Konjunkturindikator auf 0,6 Punkte angestiegen und liegt damit erstmals seit neun Monaten wieder im Plus. Im Jänner 2013 waren es -0,2 Punkte gewesen. Das heimische Konjunkturklima verbessert sich derzeit auf breiter Basis, dennoch verläuft die Erholung zäher als erhofft. Die Wachstumserwartung für 2013 bleibt bei 0,9 Prozent. Für die Industrie dürfte das heurige Jahr wegen noch immer fehlender Auslandsnachfrage gedämpft ausfallen.

Die Aufwärtsentwicklung des Februar-Konjunkturindikators entsteht hingegen wesentlich durch die Verbesserung des Geschäftsklimas im europäischen Ausland. Die Stimmungslage sei mittlerweile so stabil, dass selbst politische "Störfaktoren" wie das nicht eindeutige Ergebnis der Parlamentswahlen in Italien kaum belasteten, so Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer am Donnerstag in einer Aussendung. "Nicht nur die Stimmung im europäischen und österreichischen Produktionssektor zeigt klar nach oben, auch die heimischen Verbraucher blicken im Februar nun mit deutlich mehr Zuversicht ins Jahr 2013", so Ökonom Walter Pudschedl. Das Stimmungshoch dürfte sich bald in realen Wirtschaftsdaten niederschlagen.

Nachfrageimpulse fehlen

Für heuer rechnet die Bank Austria weiterhin mit einem BIP-Wachstum von 0,9 Prozent, nach einem Anstieg von 0,8 Prozent im Jahr 2012. Während fürs erste Quartal 2013 nur ein "sehr verhaltenes" Wachstum von 0,1 Prozent vorausgesagt wird, seien im späteren Jahresverlauf "mit Rückenwind aus dem Ausland und einer Belebung der Investitionen Wachstumsraten von jeweils mehr als einem halben Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu erwarten". Dieser Schwung dürfte ins kommende Jahr mitgenommen werden, für 2014 rechnen die Bank-Austria-Ökonomen derzeit mit einem BIP-Plus von 1,5 Prozent. "Wenn die globalen Rahmenbedingungen sich weiterhin als so stabil erweisen und es gelingt, die wirtschaftliche Beruhigung in Europa durch die beständige Umsetzung der Maßnahmen zur weiteren fiskalischen Integration oder der Etablierung einer Bankenunion voranzutreiben, könnte die Konjunktur 2014 sogar positiv überraschen", glaubt die Bank Austria.

Weniger gut ist es um die Industrie bestellt. Sie spürt zwar langsam die verbesserten Rahmenbedingungen, noch fehlen den Betrieben aber stärkere Nachfrageimpulse vor allem aus dem europäischen Ausland. "Wir rechnen für 2013 mit einem Industrieproduktionswachstum im Bereich von 1 Prozent und erst 2014 im Zuge der Erholung der Investitionsgüternachfrage in Europa mit einer Beschleunigung der Produktionsleistung auf etwa 3 Prozent", erläuterte Bruckbauer. Unter der Investitionsflaute in Europa leidet vor allem Österreichs Stahl- und Fahrzeugindustrie. (APA, 14.3.2013)

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