"Zähmung" widerspenstiger organischer Moleküle gelungen

23. März 2013, 10:30
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Nanonadel für Laserherstellung entwickelt

Linz - Forschern der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) ist es gelungen, widerspenstige organische Moleküle gleichsam zu "zähmen". Unter anderem haben die Wissenschafter mit ihrer Methode erstmals parallele Nanonadeln hergestellt, die beispielsweise in der Laserherstellung Anwendung finden. Belohnt wurden sie mit einer Förderung in Höhe von 350.000 Euro durch den österreichischen Wissenschaftsfonds FWF, um ihre Arbeit fortzusetzen, sowie dem Interesse der internationalen Fachwelt, wie die JKU mitteilte.

Organische Moleküle organisieren sich selbst in Kristallen. Diese Eigenschaft macht man sich vor allem in der Laser- und Nanotechnologie zunutze. Allerdings erweisen sich die Teilchen manchmal als bockig. Clemens Simbrunner, Günther Schwabegger und Helmut Sitter von der JKU haben in den vergangenen Jahren versucht, die Mechanismen, die hinter diesen Vorgängen stehen, zu entschlüsseln.

200 feine Schichten übereinander

Wenn die Moleküle auf ein bestimmtes Substrat aufgebracht werden, orientieren sie sich an der Struktur dieser Oberfläche und ordnen sich parallel zueinander an, haben sie herausgefunden. Durch die Auswahl der Unterlage ist es möglich, ihre Ausrichtung exakt zu steuern. Auf diese Art können bis zu 200 feine Schichten aus unterschiedlichen Substanzen übereinandergelegt werden.

"Unsere Methode ist für ein breites Spektrum an Anwendungen interessant. Wir wollen der Nanotechnologie ganz neue Möglichkeiten eröffnen", so Simbrunner. Bei der Methode, die in Kooperation mit einem internationalen Forschungsnetzwerk entwickelt wurde, handle es sich um ein vergleichsweise einfaches und kostengünstiges Verfahren. Die JKU-Physiker wurden bereits mit einem Cover in der renommierten Fachzeitschrift "Crystal Growth & Design" und einem Bericht im "Journal Advanced Optical Materials" belohnt. (APA/red, derStandard.at, 23.03.2013)

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