Europas Leitbörsen schließen einheitlich im Plus

14. März 2013, 18:24
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Frankfurt am Main - Nach einer kurzen Verschnaufpause am gestrigen Mittwoch haben die europäischen Leitbörsen die Sitzung am Donnerstag erneut einheitlich mit Kursgewinnen beendet. Der Euro-Stoxx-50 rückte um 39,97 Einheiten oder 1,48 Prozent auf 2.744,70 Zähler vor.

Unerwartet gut ausgefallene Daten zum US-Arbeitsmarkt sorgten dafür, dass die positive Stimmung an den globalen Aktienbörsen auch am Donnerstag anhielt. Bereits zu Handelsstart hatten gute Vorgaben von der Wall Street und aus Tokio positiv auf die europäischen Handelsplätze abgefärbt. Der Dow Jones setzt heute seine bisher siebentägige Gewinnserie weiter fort und der Nikkei-225 schloss in der Früh auf dem höchsten Stand seit September 2008.

Stützend wirke zudem die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Wie aus dem jüngsten Monatsbericht der Zentralbank hervorgeht, dürfte diese noch eine ganze Weile expansiv bleiben. Weiters richteten sich die Blicke der Anleger auf den EU-Gipfel in Brüssel. Am morgigen Freitag wollen die Euro-Finanzminister im Anschluss an das Treffen zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um über das Hilfsprogramm für das pleitebedrohte Zypern zu debattieren.

Angeführt wurde der Euro-Stoxx-50 heute von Generali. Die Papiere sprangen um 9,35 Prozent auf 13,33 Euro nach oben. 2012 erlitt der italienische Versicherer wegen hoher Abschreibungen auf Aktienbeteiligungen einen starken Gewinneinbruch. Allerdings macht der Konzern im Tagesgeschäft wieder Fortschritte. Analysten sehen im vierten Quartal positive Signale. Der operative Gewinn sei dank des guten Abschneidens im Segment Schaden- und Unfallversicherung höher als erwartet ausgefallen, so Marktbeobachter.

Starke Kursgewinne gab es auch in France Telecom (plus 6,61 Prozent) und Telefonica (plus 3,98 Prozent) zu verzeichnen. Die Analysten der Deutschen Bank haben ihr Kursziel für den spanischen Telekom-Konzern von 11,00 Euro auf 11,50 Euro angehoben, hieß es aus dem Markt. Ebenfalls klar im Plus schlossen Deutsche Telekom mit plus 2,06 Prozent auf 9,532 Euro.

Gesucht waren zudem Eni, welche 3,12 Prozent auf 18,49 Euro gewannen. Der chinesische Ölkonzern CNPC kündigte an, sich an der Ostafrika-Tochter von Eni zu beteiligen. China stärkt seine Ölversorgung damit weiter mit Macht. Die Chinesen übernehmen einen 28,57-prozentigen Anteil an der Fördergesellschaft und zahlen dafür 4,2 Mrd. US-Dollar.

In einem europäischen Branchenvergleich waren einzig Autowerte im roten Bereich angesiedelt. Dementsprechend gaben Volkswagen 1,11 Prozent auf 164,65 Euro ab. Europas größter Autokonzern rechnet mit einem Jahr voller Widrigkeiten. Der hohe Bargeldbestand, die niedrigen Lagerbestände und die konservative Prognose für 2013 signalisierten, dass VW wohl angesichts der konjunkturellen Unsicherheiten mit Nachfragestörungen rechne, hieß es von Börsianern.

Auch BMW gingen um 0,46 Prozent leichter auf 70,94 Euro aus dem Handel, obwohl der Münchner Autobauer 2012 erneut einen Rekordgewinn von 5,1 Mrd. Euro eingefahren hat. Einem Händler zufolge lagen die Zahlen jedoch am unteren Ende der Prognosen. Zudem dürfte die Dividende niedriger als erwartet ausfallen, hieß es. (APA, 14.3.2013)

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